Erziehung mal anders: 15 Gründe, warum Fußball Kinder bildet

Fußball bildet: „Auch wenn sie noch so oft weinen, wenn ihr Lieblingsverein in der Bundesliga verliert, sie lernen, dass der Verein danach wieder aufsteht und irgendwann auch wieder gewinnt“, sagt Mutter Lisa Harmann. (Symbolbild)

Fußball bildet: „Auch wenn sie noch so oft weinen, wenn ihr Lieblingsverein in der Bundesliga verliert, sie lernen, dass der Verein danach wieder aufsteht und irgendwann auch wieder gewinnt“, sagt Mutter Lisa Harmann. (Symbolbild)

Hannover. Es ist Sonntagmorgen und wir können seit zwei Stunden in Ruhe frühstücken. Das liegt nicht daran, dass die Kinder bei den Großeltern übernachtet haben, sondern daran, dass neuerdings eine Stecktabelle der Bundesliga in der Küche hängt. Unsere beiden Söhne sind sieben und sie lieben Fußball. Was das für ihre Bildung und ihre Entwicklung bedeutet, wird mir erst jetzt so richtig klar!

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Grund 1: Kinder lernen lesen

Der eine Sohn steht mit meinem Handy in der Hand neben dem anderen Sohn und liest die aktuelle Tabelle vor: „Hooo-ffen-heim. Ah, Hoffenheim.“ Der andere steckt die kleinen Vereinssymbole in der Stecktabelle um, sodass alles seine Ordnung hat. Sie lesen freiwillig! Weil es um Fußball geht. Außerdem muss regelmäßig der „Kicker“ und der Sportteil der Zeitung durchgelesen werden. „Mama, was steht da?“ „Lies doch selbst …“ „Na gut!“

Grund 2: Kinder lernen auswendig

Natürlich müssen unsere beiden Jungs am Montag in der Schule mitreden können, wer welchen Tabellenplatz hat. Also lernen sie sämtliche Vereine auswendig und ihre Tabellenplatzierung – plus Logo.

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Grund 3: Kinder lernen Feinmotorik

Sie stecken kleine Pappkärtchen in kleine Papplücken. Immer wieder. Nach jedem Spieltag. Das ist doch fast wie basteln!

Im Erziehungsalltag mit Gelben oder Roten Karten zu drohen ist die wirksamste Methode für echte kleine Fußballerfreunde.

Lisa Harmann

Grund 4: Kinder lernen Zeichnen

Die Vereinslogos, besonders die der Vereine, die sie nicht mit „Buh“ betiteln, müssen natürlich auch gemalt werden. Blätter her, Stifte raus, hier kommt der Geißbock.

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Grund 5: Kinder lernen Geduld

In der 3. Liga kennen sich unsere Söhne nicht so gut aus wie in der ersten, also müssen sie die Tabelle dreimal neu stecken. Das geht ohne weinen, sie haben ein Mammut-Durchhaltevermögen, wenn es um Fußball geht. Wäre das hier ein Gesellschaftsspiel, hätten sie längst wütend die Figuren durch die Gegend geworfen.

Grund 6: Kinder bewegen sich

Nach der Tabellensteckerei gehen sie natürlich raus zum Kicken, bewegen sich und versuchen, im Tor Manuel Neuer und im Feld Lewandowski nachzuahmen. Auch ein schauspielerisches Talent lässt sich dabei aus ihnen herauskitzeln.

Grund 7: Kinder trainieren ihr Langzeitgedächtnis

„Ach, das ist doch die Mannschaft, die 3:0 gegen Hamburg gewonnen hat.“ Unsere Kinder wissen mittlerweile Dinge und Ergebnisse, von denen ich keine Ahnung habe. Es ist der wohl erste Bereich, in dem sie mich wissenstechnisch überholen. Das macht mich sehr stolz. Und demütig natürlich.

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Grund 8: Kinder lernen verlieren

Auch wenn sie noch so oft weinen, wenn ihr Lieblingsverein in der Bundesliga verliert, sie lernen, dass der Verein danach wieder aufsteht und irgendwann auch wieder gewinnt. In ihrem eigenen Fußballverein klappt das mit dem Verlieren sogar schon ohne Tränen.

Grund 9: Kinder lernen Fairness

Wer eine Rote Karte bekommt, ist raus. Das wissen sie. Im Erziehungsalltag mit Gelben oder Roten Karten zu drohen ist die wirksamste Methode für echte kleine Fußballerfreunde. Echt jetzt.

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Fußball hat eine ganz andere Beständigkeit in ihrem Leben. Da bleiben sie – im wahrsten Sinne des Wortes – am Ball.

Grund 10: Kinder lernen Teamwork

Beim Fußball zählt die ganze Mannschaft, nicht der Einzelne. Alle müssen zusammenhalten. Für den Geschwisteralltag üben wir das noch, da gibt es noch viele Konflikte. Auf dem Platz allerdings leben sie Teamplay und gratulieren sich gegenseitig und großmütig zu ihren Toren.

Grund 11: Kinder lernen Ausdauer

In Zeiten des Überflusses geht es vielen Kindern so, dass sie nichts mehr richtig anpacken. Drachen steigen lassen, Memory spielen, ferngesteuertes Auto. Am Ende steht alles rum und nichts wurde richtig durchgezogen. Fußball hat eine ganz andere Beständigkeit in ihrem Leben. Da bleiben sie – im wahrsten Sinne des Wortes – am Ball.

Grund 12: Kinder lernen Koordination

Gleichzeitig dribbeln, die Mannschaft im Auge behalten und die Ansagen des Trainers befolgen: Das ist so schwer wie eine Bruchrechnungs-Aufgabe aus dem Schulunterricht. Mindestens. Fußball ist also auch Mathe. Irgendwie.

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Grund 13: Kinder lernen Konzentration

Von draußen schreien Eltern rein, sie blenden das aus, wenn sie auf dem Platz sind, weil sie selbst ihr Ziel am besten vor Augen haben. Schauen wir Fußball im Fernsehen, kann ich ihnen Schokolade, Gummibärchen und Chips gleichzeitig anbieten, sie reagieren nicht. Sie versinken komplett und konzentriert im Spiel.

Grund 14: Kinder lernen Disziplin

Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause, das wissen wir seit Tommy Gerhardt. Das gilt natürlich auch fürs Training. Zu Hause klappt das zwar noch nicht immer, aber wenn der Trainer etwas sagt, wird das befolgt. Und wenn sie es woanders können, wissen sie ja wenigstens, wie es geht. Beruhigend.

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Zu Hause klappt das zwar noch nicht immer, aber wenn der Trainer etwas sagt, wird das befolgt.

Grund 15: Kinder lernen Ehrgeiz

Sie wollen gewinnen. Das haben wir ihnen nicht eingebläut, das kommt ganz von innen. Und je mehr sie sich mit Fußball auseinandersetzen, desto größer wird ihr Ehrgeiz. Das ist eine Entwicklung, die wir ihnen nicht hätten beibringen können. Es kommt einfach. Und Ehrgeiz ist doch immer gut. Auch wenn er für ein Hobby entfacht.

Kinder, die Interessen entwickeln - fantastisch

Das alles sind Dinge, die wir unseren Jungs trocken und in der Theorie nur schwer hätten beibringen können. Natürlich lässt sich das nicht nur auf Fußball, sondern auch auf alle anderen Sportarten anwenden. Oder auf ein Interesse an Dinosauriern, über das die Kinder Wissen anhäufen, das einem selbst nicht geläufig ist. Es ist fantastisch zu sehen, welche Persönlichkeiten und Interessen diese kleinen großen Leute in unserem Leben entwickeln.

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