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Eine Nuss fürs Eichhörnchen: Worauf Sie bei der Zufütterung achten müssen

Wer Eichhörnchen füttern möchte, muss auf einiges achten: Haselnüsse, Walnüsse, getrockneter Mais, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Rosinen oder Karotten sind allerdings bedenkenlos als Futtermittel einsetzbar.

Sie sind die Kobolde des Waldes, waren im Mittelalter schlecht beleumundet und öffnen inzwischen bei jungen und alten Menschen die Herzen: Eichhörnchen. Die possierlichen Nager sind in den Baumkronen wahre Akrobaten und können eine große Nähe zum Menschen entwickeln. Besonders in urbanen Siedlungsgebieten neigen sie dazu, menschliche Hilfe anzunehmen, besonders, wenn es mit der Nahrungssuche wie jetzt im Winter schwierig werden kann. Und der Mensch steigt nur allzu gern auf die niedlichen Tiere ein, die es ihm mit Zutraulichkeit danken.

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„Grundsätzlich gilt es, Wildtiere eben Wildtiere sein zu lassen, auch wenn sie im Siedlungsgebiet vorkommen. Direkter Kontakt sollte immer vermieden werden“, sagt Sebastian Kolberg, Referent für Artenschutz beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Um kaum ein wild lebendes Tier sorgen sich die Menschen so sehr wie um das Eichhörnchen. Notrufnummern in nahezu jedem Bundesland, Auffangstationen, Erste-Hilfe-Angebote – es gibt fast nichts, was es nicht gibt, damit es den kleinen Nagern gut geht. Und tatsächlich gibt es nur wenig wild lebende Tiere, mit denen der Menschen – ob groß oder klein – so problemlos auskommen kann. Der buschige Schwanz, die großen Knopfaugen, das Knabbern an einer Nuss, die sie possierlich zwischen ihren Vorderpfoten halten – das alles trägt den Stempel „niedlich und süß“.

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Bei der Zufütterung auf die richtige Nahrung achten

Dass der Mensch hier eine gewisse Nähe sucht, dagegen haben selbst die meisten Tierschützer wenig einzuwenden: „Eine nicht übermäßige Zufütterung mit Nahrung, die Eichhörnchen auch wild fressen, kann pädagogisch wegen der Naturerfahrung durchaus sinnvoll sein“, sagt Kolberg. Manch eine Hilfsorganisation ruft dazu auf, Eichhörnchen zu füttern. „Wir halten eine Zufütterung im Winter bis zum Frühjahr immer für sinnvoll. Wer Spaß an den Tieren hat, kann auch durch das Jahr füttern. Die Tiere wissen dadurch in Notzeiten schnell, wo eine sichere Futterquelle zu finden ist“, schreibt beispielsweise die Eichhörnchen-Hilfe Berlin auf ihrer Homepage.

Solche Aufrufe sieht man beim Nabu eher kritisch. Denn es besteht keine Gefahr für den Bestand der Nager. Sie stehen auch nicht unter Naturschutz. Und wer es mit der Fütterung zu gut meint, kann schnell Fehler machen: Zuckerhaltige Lebensmittel, auch Brot, sind beispielsweise tabu. Die Tiere können bei zu viel des Guten verfetten und an Diabetes erkranken. Lebensmittel, die von Eichhörnchen als Wintervorrat gehortet werden und im Laufe der Zeit schimmeln, sind ebenfalls ein „No go“, genauso wie Mandeln wegen des Blausäuregehalts und Erdnüsse wegen der Schimmelgefahr. Haselnüsse, Walnüsse, getrockneter Mais, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Rosinen oder Karotten sind dagegen geeignete Futtermittel.

Auch Eichhörnchen sind wild lebende Tiere – und können unter Umständen Krankheiten übertragen

Ein Vorurteil hält sich hartnäckig: Sehr dunkle Eichhörnchen könnten den Bestand der einheimischen Arten gefährden, weil es sich bei ihnen in Wahrheit um die aus Nordamerika stammenden Grauhörnchen handele. Die robusten und wanderfreudigen Nager haben in der Tat ökologische Vorteile gegenüber den hiesigen Eichhörnchen, da sie in Laub- und Mischwäldern wesentlich besser zurechtkommen als die heimischen Arten, die Nadelwälder bevorzugen. In Großbritannien oder Italien haben die Grauhörnchen bereits die europäischen Baumhörnchen weitestgehend verdrängt. Allerdings haben es die Grauhörnchen bislang weder über den Ärmelkanal geschafft noch sind sie über die Alpen gewandert. Es gibt sie in Deutschland noch nicht.

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Dass es ein langer Weg bis in die Herzen der Menschen war, lag ebenfalls an der Farbe der Tiere. Egal, ob rot oder schwarz: Im abergläubischen Mittelalter wurden Eichhörnchen mit dem Teufel assoziiert. „Der Teufel ist manchmal ein Eichhörnchen“: Dieser Satz stammt aus jener Zeit – was nicht nur mit der Farbe, sondern auch mit der Geschwindigkeit der Tiere zu tun hat – sie können so blitzschnell ihren Standort wechseln, wie man es damals nur dem Teufel zugesprochen hat. Nun, diese Zeiten sind vorbei.

Dennoch ist es ratsam, den Tieren nicht zu sehr auf den Pelz zu rücken: Auch wenn es eher unwahrscheinlich scheint, so können Eichhörnchen Krankheiten auf den Menschen übertragen. Das Spektrum reicht von bakteriellen Infektionskrankheiten bis zu den sogenannten Endoparasiten wie Flöhen, Milben, Läusen, Zecken oder Fliegenmaden. Es sind eben wild lebende Tiere und damit genauso potenzielle Träger wie alle anderen Wildtiere. Tatsächlich kommt das in der Praxis aber äußerst selten vor. Die Gefahr könne man vernachlässigen, sagt Kolberg. Solange man nicht ständigen Kontakt zu den Tieren hat: „Sollte ein Wildtier einen Menschen beißen, gilt aber grundsätzlich die sofortige Kontaktaufnahme mit einem Arzt.“

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