Intensiver Zitronenduft

Citronella-Kerzen gegen Mücken – warum das keine gute Idee ist

Kerzen mit ätherischem Duftöl, etwa auf Citronella-Basis, helfen kaum bis gar nicht gegen Mücken. (Symbolfoto)

Über den Balkon wabert ein intensiver Zitronenduft – und trotzdem umschwirren einen Mücken. Wie kann das sein? Sogenannte Citronella-Kerzen werden schließlich häufig damit beworben, dass sie die stechenden Plagegeister fernhalten sollen.

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Stimmt aber gar nicht, schreibt „Wirecutter“. Die Webseite publiziert Produktrezensionen und will bei Kaufentscheidungen behilflich sein. „Citronella-Kerzen funktionieren nicht wirklich. Hören Sie auf, sie zu kaufen“, titelt „Wirecutter“, das zur US-amerikanischen Tageszeitung „New York Times“ gehört.

Citronella-Kerzen gegen Mücken

Vermeintlich hilfreiche Mittelchen gegen Mücken – wie die Citronella-Kerzen – gibt es so einige. „Viele helfen aber gar nicht gegen die Insekten und ihre Stiche“, schreibt „Wirecutter“-Autorin Elissa Sanci. Das gelte eben auch für Citronella-Kerzen. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass Kerzen, die das zitronig-duftende ätherische Öl enthalten, besser schützen als jede andere Kerze – beziehungsweise deren Rauch.

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Diese Aussage unterstützt die „Stiftung Warentest“. Sie empfiehlt chemische Mückenmittel, sogenannte Repellents. „Die meisten anderen Mittel bringen nichts, etwa Gartenfa­ckeln, Kerzen und Öllampen auf Basis ätherischer Öle“, schreiben die Expertinnen und Experten.

Der Unterschied zu Anti-Mücken-Sprays

„Wirecutter“-Autorin Sanci zitiert in ihrem Artikel den Biologieprofessor Laurence Zwiebel, der zum Verhalten von Mücken forscht. Laut ihm nehmen Mücken die Welt mittels verschiedener Rezeptoren wahr. Ätherisches Öl blockiere nur einige von ihnen. Sehr wirksam seien sie deshalb nicht.

Ganz im Gegensatz zu den Repellents, wie sie in Anti-Mücken-Sprays enthalten sind. Die chemischen Stoffe beeinflussen laut dem Umweltbundesamt Geruchsorgane von Mücken oder auch Zecken so, dass sie Menschen nicht mehr wahrnehmen – und das über einen viel längeren Zeitraum als ätherische Öle. Die Insekten könnten die Menschen dann nicht mehr „riechen“.

Elektrische Insektenvernichter gegen Mücken

Eine Lichtquelle zieht fliegende Insekten an. Kommen sie dem Gerät zu nahe, macht der Insektenvernichter seinem Namen alle Ehre. Zischend verbrennen die Tierchen beim Kontakt mit einem unter Strom stehenden Metallgitter. Allerdings, im Gegensatz zu beispielsweise Motten, werden Mücken kaum von Licht angelockt. Sie orientieren sich vor allem am Kohlendioxidgehalt in der Luft und an Körpergerüchen, informiert die Zeitschrift „Öko-Test“. So finden sie ein Lebewesen, aus dem sie Blut saugen können.

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Journalistin Sanci von „Wirecutter“ zitiert eine Studie, veröffentlicht im Jahr 1996. Zwei Forscher hatten zehn Wochen lang die Ausbeute aus elektrischen Insektenfallen von sechs US-amerikanischen Hausbesitzenden gesammelt. Alle Häuser lagen maximal drei Kilometer von einer Wasserfläche entfernt. Anschließend werteten die Wissenschaftler aus, welche Insekten in den Fallen ihr Leben ließen. Knapp 14.000 Tiere untersuchten sie – nur 31 davon waren stechende, fliegende Insekten, zu denen auch Mücken zählen. Das Fazit der Forscher: Um Mücken loszuwerden, sind elektrische Insektenfallen ungeeignet.

In Deutschland kann man sich außerdem strafbar machen – nämlich, wenn man elektrische Insektenvernichter draußen verwendet. Laut Paragraph 4 der Bundesartenschutzverordnung ist es verboten, wild lebende, besonders geschützte Arten „mit künstlichen Lichtquellen, Spiegeln oder anderen beleuchtenden oder blendenden Vorrichtungen“ anzulocken, zu fangen oder zu töten.

Was hilft gegen Mücken? Ein Ventilator!

Ein simples Mittel gegen die stechenden Plagegeister ist laut „Wirecutter“ ein handelsüblicher Ventilator. Denn der puste die Insekten, die „notorisch schwache Flieger“ seien, einfach weg. Da Mücken dazu neigten, niedrig zu fliegen, solle man das Gerät am besten auf Kniehöhe einstellen.

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Noch mehr wirksame Tipps gegen Mücken hat RND-Redakteurin Anne Grüneberg in diesem Artikel zusammengefasst:

Darin erklärt sie beispielsweise, wie Anti-Mücken-Sprays wirken und welche Wirkstoffe verträglicher sind. Außerdem klärt sie auf, warum Hochfrequenztöne Mücken nicht verscheuchen.

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