Online-Plattformen oder Altkleidercontainer

Spenden, verkaufen oder verschenken: Wohin mit den Altkleidern?

Quillt bei Ihnen der Kleiderschrank auch über? Dann trennen Sie sich von ein paar Teilen und spenden Sie Kleidung an wohltätige Organisationen.

Quillt bei Ihnen der Kleiderschrank auch über? Dann trennen Sie sich von ein paar Teilen und spenden Sie Kleidung an wohltätige Organisationen.

Vor einem Umzug oder bei einer frühjährlichen Ausmistaktion: Was sich in den vergangenen Jahren im Kleiderschrank alles angesammelt hat, kommt irgendwann zum Vorschein. Höchste Zeit, die Kleidungsstücke einmal durchzugehen und zu entscheiden, was man noch trägt – und was man eben nicht mehr braucht und weggeben kann.

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Für viele ist da die erste Wahl der Altkleidercontainer. Doch wer mit seinen alten Teilen noch etwas Gutes tun möchte, sollte sich dabei genau informieren. Nicht immer werden Kleiderspenden nämlich für wohltätige Zwecke eingesetzt, sondern weiterverkauft oder von Abfallunternehmen verarbeitet. Worauf Sie bei der Kleiderspende achten sollten, was mit Altkleidern passiert und welche Möglichkeiten es gibt, alten Hosen, Shirts und Co. einen neuen Zweck zu geben, erfahren Sie hier.

Von Kleidungstücken gibt es inzwischen mehr als genug

In Zeiten von Fast Fashion sammeln sich jährlich zunehmend Altkleider in den deutschen Haushalten. Kurzlebige Trends, minderwertige Materialien, günstige Preise und ein genereller Überkonsum haben dafür gesorgt, dass alleine zwischen den Jahren 2013 und 2018 die Menge der verfügbaren Sammelware um 300.000 Tonnen auf rund 1,3 Millionen Tonnen gestiegen ist, wie eine Studie des Branchendachverband der Recycling- und Entsorgungswirtschaft (bvse) und des Fachverbands Textilrecycling (FTR) ergeben hat.

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Pro Jahr kauft jede und jeder Deutsche laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace im Durchschnitt 60 neue Kleidungsstücke – und das, obwohl unsere Kleiderschränke eigentlich zu Genüge gefüllt sind. Rund 15 Kilogramm Altkleider produziert jede Person in Deutschland nämlich jährlich, so die FTR- und bvse-Studie.

Viele wollen die alten Teile gar nicht mehr haben

Doch wo landen unsere Kleidungsstücke eigentlich, nachdem wir sie recycelt oder gespendet haben? Laut FTR und bvse wird mehr als die Hälfte (62 Prozent) als Secondhandkleidung wiederverwendet – entweder als Kleiderspenden oder sie werden an Secondhandläden weiterverkauft. Da die aussortierte Kleidung aber unseren eigenen Bedarf mehr als deckt, wird ein großer Teil unserer Kleidung nach Osteuropa und Afrika exportiert. Doch auch dort sind die Märkte an Altkleidern inzwischen gesättigt und viele Länder weigern sich sogar, noch mehr Altkleider anzunehmen, so Greenpeace.

Rund 14 Prozent der Altkleider werden in Deutschland zu Putzlappen oder Dämmstoffen verarbeitet. Etwa 12 Prozent gehen ins Faserrecycling, aus denen später dann beispielsweise Garne gesponnen oder Vliese gebildet werden können. Rund 12 Prozent gehen als Ersatzbrennstoffe oder zur Beseitigung in die Verbrennung, so die Verbände in ihrer Alttextilstudie.

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Bei Altkleidercontainern auf Transparenz achten

Altkleidercontainer sind eine kostenfreie und vor allem bequeme Möglichkeit, seine Altkleider loszuwerden. Wer seine alten Stücke im Container abgeben möchte, sollte jedoch darauf achten, dass es sich beim Verwerter um ein seriöses Unternehmen handelt. Viele Aufsteller haben nämlich weder die allgemeine Abfallentsorgung noch wohltätige Zwecke im Sinn, sondern wollen mit Ihren Altkleidern schlichtweg Profit machen. Von dem Erlös, den deutsche Firmen 2012 durch Altkleidersammlungen erzielt haben, gingen nur 16 Prozent an karitative Organisationen, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Seriöse Sammelstellen zu erkennen ist dabei gar nicht so schwer. Bei Containern mit den Siegeln des BVSE, dem FairWertungssiegel und dem Siegel des DZI können Sie Ihre Spenden guten Gewissens abgeben. Auch kommunale Sammelstellen sammeln Altkleider und wollen mit dem Erlös die Finanzierung der Müllgebühren in der Kommune stabilisieren. Wird von karitativen Organisationen wie zum Beispiel dem Deutschen Roten Kreuz gesammelt, gehen die Erlöse aus dem Altkleiderhandel in die Finanzierung sozialer Projekte.

Wer ganz sichergehen möchte, dem empfiehlt die Verbraucherzentrale, sich bei den Organisationen direkt zu informieren oder beim Ordnungsamt die Rechtmäßigkeit der Sammlung zu erfragen.

Auch Vereine nehmen Altkleiderspenden dankend an

Eine weitere Möglichkeit, Kleidung zu spenden, ist die Weitergabe an soziale Einrichtungen oder Kleiderkammern. Diese verteilen Klamotten, die noch gut sind, an Bedürftige in Deutschland und verschiffen die Textilien nicht kostenintensiv und klimaunfreundlich in andere Länder, die die Kleidung im Zweifel gar nicht mehr wollen.

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Kleiderkammern in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel über die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz oder die Diakonie. Auch soziale Einrichtungen wie die Arbeiterwohlfahrt, Kirchengemeinden, Malteser, Johanniter oder die deutsche Kleiderstiftung freuen sich häufig über Spenden.

Damit Sie sicherstellen können, dass Ihre Spenden auch gebraucht und gewünscht werden, kontaktieren Sie die Einrichtung vorab telefonisch oder per E-Mail. Meist kriegen Sie schnell eine Rückmeldung und weitere Informationen, wann und wo Sie Ihre Altkleider abgeben können.

Was gehört in den Altkleidercontainer?

Nicht alle Teile wollen und können noch weiter getragen werden. Daher sollten Sie bei der Kleiderspende auf einige Punkte achten. Der Dachverband FairWertung e. V. betont, dass nur zeitgemäße und gut erhaltene Kleidung gespendet werden sollte – das heißt sie ist sauber und ohne Löcher oder Risse. Alles sollte dabei gut reiß- und wasserfest verpackt werden. Folgende Teile können gerne gespendet werden:

  • Damen-, Herren- und Kinderbekleidung
  • Schuhe, paarweise zusammengebündelt
  • Unterwäsche und Socken
  • Mützen, Hüte und Handschuhe
  • Haushaltstextilien wie Tischdecken oder Bettwäsche
  • Gürtel, Taschen und andere Accessoires
  • Schlafsäcke

Kaputte oder alte Teile sind dagegen keine Hilfe, betont der Verband. Solche Textilien können nicht weitergegeben werden und mindern den Wert einer Sammlung. „Letztlich sind sie ein Kostenbelastung für die gemeinnützige Organisation“, heißt es auf der Internetseite von FairWertung.

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Weitere Möglichkeiten, alte Kleidung weiterzugeben

Wer sich von dem ein oder anderen Kleidungsstück trennt und es nicht spenden kann – zum Beispiel, weil keine Spenden gebraucht werden – oder auch nicht möchte, hat natürlich noch weitere Möglichkeiten, die aussortierte und gut erhaltene Kleidung vor dem Müll zu bewahren. So können Sie Ihre Teile an Freunde oder Familienmitglieder verschenken oder im Rahmen einer Kleidertauschparty tauschen.

Immer mehr Modeketten bieten zudem in ihren Filialen die Rücknahme von Altkleidern an. Häufig werden als Gegenleistung sogar Gutscheine ausgestellt, mit denen sich Kundinnen und Kunden ein neues Teil aussuchen können.

Auf Secondhand-Plattformen lässt sich alte Kleidung zudem noch zu Geld machen. Das ist vor allem dann vielleicht eine tolle Option, wenn es sich um ein besonders teures Kleidungsstück handelt, was zum Beispiel nicht mehr passt.

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Egal, für welche Möglichkeit Sie sich auch entscheiden: Nur ein nachhaltigerer Umgang mit Kleidung ermöglicht es, die schnelllebige Modewelt zu entschleunigen und dadurch letztendlich Ressource, CO₂ und räumliche Kapazitäten zu sparen. Daher all der schönen Mode und ihren Trends da draußen zum Trotz: Es sollte wieder mehr en vogue sein, Kleidungsstücke zu pflegen, zu reparieren, weiterzugeben und allem voran zu schätzen.

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