Kommentar

Zinserhöhung der EZB: Die Rezession ist der große Elefant im Raum

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main: trotz unruhiger Aussichten den Weg weitergehen.

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main: trotz unruhiger Aussichten den Weg weitergehen.

Viel ist im Moment von Inflationsbekämpfung die Rede, und oft klingt es ganz einfach: Die EZB muss nur die Zinsen erhöhen, dann fängt sie die Preisentwicklung schon wieder ein. Ja, das muss sie, und endlich hat sie damit angefangen.

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Aber dazu muss man auch sagen, auf welche Art höhere Zinsen die Inflation bremsen. Das Thema ist im Moment der Elefant im Raum, über den niemand reden mag, weil er alles nur schwieriger macht. Steigende Zinsen dämpfen die Nachfrage, also die gesamte Konjunktur.

Und wenn man es mit der Inflationsbekämpfung ernst meint, muss man Zinsen notfalls so weit erhöhen, dass es die Wirtschaft vorübergehend in die Rezession schickt. Das ist mehr als eine unerwünschte Nebenwirkung – es kann die Voraussetzung für sinkende Inflationsraten sein.

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Unangenehme Nebenwirkungen

Der Chef der US‑Notenbank Fed, Jerome Powell, sagt das relativ deutlich und wünscht sich ausdrücklich weniger Nachfrage nach Arbeitskräften. Seine EZB‑Kollegin Christine Lagarde ist mit dem Thema sehr viel vorsichtiger, aber auch in Europa stellt sich die Frage, ob die Inflation noch ohne große Kollateralschäden auf ein erträgliches Maß gedrückt werden kann.

All das spiegelt sich aktuell am Ölmarkt wider: Der Bedarf für den Universalrohstoff wird sinken, weil die Wirtschaft gebremst werden muss. Wenn der Preis in dieser Erwartung bereits im Vorfeld der Zinsentscheidung fällt, ist das schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

ARCHIV - 22.11.2021, Brandenburg, Oberkrämer/Ot Schwante: Ein Bäcker formt am Morgen in der Backstube auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsplatte den Teig für Kürbiskernbrötchen. Gestiegene Kosten setzen Bäckern und Metzgern zu. (zu dpa «Bäckerhandwerk: Produktionskosten um bis zu 30 Prozent gestiegen») Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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Solche hoffnungsvollen Signale befreien die EZB allerdings nicht davon, ihren eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Sie muss glaubwürdig und stringent ihren Teil tun, um die Inflation zu bekämpfen. Auch wenn es unangenehme Nebenwirkungen hat.

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