„Wir verdienen dort kein Geld"

Trotz Krieg in der Ukraine: Fresenius arbeitet weiter in Russland

Der Schriftzug "Fresenius" an einem Gebäude der Konzernzentrale in Bad Homburg in Hessen.

Der Schriftzug "Fresenius" an einem Gebäude der Konzernzentrale in Bad Homburg in Hessen.

Bad Homburg. Der Gesundheitskonzern Fresenius hat bekräftigt, an seinem Russland-Geschäft festzuhalten. Das Dax-Unternehmen werde trotz des Angriffs auf die Ukraine „Stand jetzt“ in Russland bleiben, hieß es in einer Rede von Vorstandschef Stephan Sturm, die vor der Hauptversammlung an diesem Freitag veröffentlicht wurde. „Denn auch das gehört zu unserer Verantwortung als Gesundheitskonzern.“

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Das Unternehmen betreibe in Russland rund 100 Dialysezentren für Nierenkranke und versorge Krankenhäuser und andere Einrichtungen mit Arzneien und klinischer Ernährung. „Wir können unsere Patientinnen und Patienten dort nicht einfach im Stich lassen“, so Sturm. Fresenius sei kein Konsumgüter-Hersteller, sondern ein Konzern mit lebenswichtigen Produkten und Dienstleistungen.

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Investitionen auf Eis

Dabei gehe es Fresenius in Russland nicht um wirtschaftliche Gründe, betonte Sturm. „Wir verdienen dort derzeit und auf absehbare Zeit kein Geld. Und natürlich kann das derzeitige Russland kein Markt sein, in dem wir weiter expandieren.“ Sämtliche Investitionen habe man auf Eis gelegt. Der Anteil des Russland-Geschäfts am Umsatz von Fresenius von 37,5 Milliarden Euro lag nach früheren Angaben zuletzt bei deutlich unter einem Prozent.

Sturm bekräftigte zugleich, dass Fresenius bereit sei, für mögliche Großübernahmen bei der Kliniktochter Helios und der Dienstleistungssparte Vamed externe Investoren ins Boot zu holen. „Für größere Wachstumsschritte sind wir dort nun offen, geeignete andere Eigenkapitalgeber an Bord zu holen“, hieß es.

Fresenius hat angesichts des Drucks auf das Unternehmen in der Pandemie und des schwachen Aktienkurses eine Umstrukturierung angestoßen inklusive des Abbaus von 5.000 Stellen bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC). Auch einen Verkauf von FMC hatte Sturm nicht ausgeschlossen.

RND/dpa

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