Schlechte Arbeitsbedingungen für Brummifahrer: ein Alarmsignal

Abgestellte Lastwagen auf der Raststätte Siegerland Ost (A45) bei Freudenberg. Tausende Stellplätze für Lastwagen fehlen.

Abgestellte Lastwagen auf der Raststätte Siegerland Ost (A45) bei Freudenberg. Tausende Stellplätze für Lastwagen fehlen.

Berlin. Es ist ein Hilferuf. Und es ist ein Alarmsignal. Eine internationale Allianz aus Transportverbänden und Gewerkschaften hat sich an die Vereinten Nationen gewandt und den zum Teil menschenunwürdigen Umgang mit Lkw-Fahrern, Seeleuten und Flugzeugcrews während der Corona-Pandemie beklagt.

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Was das Bündnis berichtet, ist beschämend. Die Rede ist von Besatzungen, die über viele Monate auf Handelsschiffen festsaßen, und von Truckern, die wochenlang zu Tausenden an Grenzübergängen kampieren mussten. In der Not war vielen Gesellschaften das Schicksal jener Menschen, die sich um den weltweiten Warentransport und damit um die Versorgung aller kümmern, herzlich egal.

Das rächt sich nun, da viele Beschäftigte aus dem Transportgewerbe die Erfahrungen der letzten Monate zum Anlass nehmen, sich nach weniger prekären Jobs umzuschauen. So verständlich das in jedem Einzelfall sein mag, so gefährlich ist diese Entwicklung für die Weltwirtschaft. Schon heute sind Transporteure und vor allem Lkw-Fahrer knapp.

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Welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn Brummifahrer fehlen, lässt sich derzeit in Großbritannien beobachten, wo Tankstellen nicht mehr mit Sprit beliefert werden und sich Autofahrer um die Plätze an der Zapfsäule prügeln.

Wer glaubt, dass die zum Teil chaotischen Zustände durch Corona und den Brexit bedingte Sondereffekte seien und eines Tages wieder verschwinden, dem sei an einem Samstagabend ein Abstecher an eine beliebige Autobahnraststätte in Deutschland empfohlen. Bis auf die Standstreifen stehen dort die Lkw, weil es an so simplen Dingen wie Parkplätzen mangelt. Wer zu spät kommt, muss zum nächsten Autohof fahren oder schlimmstenfalls in ein Gewerbegebiet ausweichen, wo es für gewöhnlich weder Toiletten noch Waschmöglichkeiten gibt.

Es ist nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, mit den Beschäftigten besser umzugehen, damit diese der Transportbranche nicht reihenweise den Rücken kehren. Es ist vor allem eine Frage des Anstands.

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