Elektroauto kaufen – ja oder nein? Was dafür und was dagegen spricht

Ein SUV und ein Kleinwagen stehen mit angeschlossenen Ladekabeln an einer öffentlichen Ladesäule.

Ein SUV und ein Kleinwagen stehen mit angeschlossenen Ladekabeln an einer öffentlichen Ladesäule.

Hannover. Alternative Antriebe haben in den vergangenen Monaten kräftig an Fahrt aufgenommen und wurden in diesem Jahr in der Bundesrepublik mehr verkauft als Benziner und Diesel zusammen. Trotzdem haftet der Technik nach wie vor etwas Exotisches an, zumal auch die Probleme nicht wirklich weniger geworden sind – allem voran der Tarifdschungel an den Ladesäulen und die wenig zuverlässigen Reichweiteangaben der Hersteller bei den reinen Elektroautos, den sogenannten BEV (Battery Electric Vehicle).

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Wer heute überlegt, sich ein solches Fahrzeug anzuschaffen, wird das Für und Wider dieser Technologie gegeneinander abwägen. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengetragen.

Argumente für ein Elektroauto

Vergleichsweise einfache Technik: Elektromotoren sind sehr viel einfacher aufgebaut als Verbrenner und haben einen deutlich größeren Wirkungsgrad. Das Drehmoment muss nicht immer wieder neu aufgebaut werden, sondern liegt gleich an, was zu einer besonders spontanen Leistungsentfaltung führt. Weil ein ganz einfaches Getriebe genügt, entfallen viele Bauteile im Antriebsstrang.

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Geringer Wartungsbedarf: Da ein Elektroauto mit wesentlich weniger und zudem einfacher aufgebauten Teilen auskommt, ist der Wartungsbedarf geringer als bei konventionellen Antrieben. Auch der Verschleiß fällt niedriger aus und damit die Anfälligkeit für Reparaturen. Bauteile, ohne die ein konventionelles Autos nicht funktionieren würde, wie Lichtmaschine, Zahnriemen, Keilriemen oder Schaltgetriebe sind nicht mehr vorhanden.

Umweltbonus: Wer sich aktuell für ein E-Auto entscheidet, wird vom Staat mit einem Umweltbonus unterstützt, weil Elektroautos lokal emissionsfrei unterwegs sind. Das Geld kommt allerdings nicht automatisch, sondern muss beantragt werden. Außerdem gibt es steuerliche Vorteile und Vorrechte im Straßenverkehr, beispielsweise gibt es keine Fahrverbote in den Städten und auch beim Parkraum werden E-Autofahrer bevorzugt.

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Einfache Bedienung: E-Autos sind ideal für Menschen, die nicht so gerne Auto fahren und ein gewisses Misstrauen gegen die Technik haben. Denn E-Autos müssen nicht geschaltet werden, der Motor stirbt nicht ab, im Winter gibt es keine Startschwierigkeiten und schließlich ist der E-Autofahrer auch von den Tankstellen unabhängig – einfach, weil er sein Fahrzeug zu Hause an die Steckdose hängen und laden kann. Die Technik ist schon heute ideal für Menschen, die keine großen Strecken mit dem Auto zurücklegen müssen und demzufolge weniger auf die Reichweite achten müssen.

Argumente gegen ein Elektroauto

Fehlende Infrastruktur: Tatsächlich ist die Ladesituation für E-Autofahrer hierzulande noch immer alles andere als ideal und nicht mal ansatzweise mit dem Tankstellennetz vergleichbar, das konventionellen Modellen zur Verfügung steht. Dazu kommt, dass die unterschiedlichen Anbieter eigene Tarife haben und eigene Zugänge verlangen. Wer das alles durchblickt und erledigt hat, kann sich – je nach Batteriegröße und Ladezustand – auf teilweise erhebliche Ladezeiten einrichten. Mit der einen Tasse Kaffee zur Überbrückung ist es in der Regel nicht getan. Industrie und Politik versprechen hier Abhilfe – doch wie so oft muss man leider sagen: Wir glauben es erst, wenn es passiert.

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Erhöhte Unfallgefahr: Tatsächlich verunglücken E-Autos nicht häufiger als Benziner oder Diesel. Die absoluten Zahlen dürften deutlich niedriger sein, einfach, weil nicht so viele E-Modelle auf den Straßen unterwegs sind. Wenn Experten von der Unfallgefahr sprechen, meinen sie die anderen Verkehrsteilnehmer, wie beispielweise Radfahrer, die das Herannahen eines E-Autos nicht bemerken, weil das Motorengeräusch fehlt. Auch hier wird an Lösungen gearbeitet. Aktuelle Modelle besitzen bereits eine Soundkulisse nach außen, die andere Verkehrsteilnehmer warnen soll.

Geringe Reichweite: Die Reichweitenangst ist sozusagen die Urangst des E-Autofahrers. Wer mit leerem Akku ohne Lademöglichkeit liegenbleibt, hat ein Problem. Das wird zusätzlich angeheizt, weil die Reichweitenangaben der Hersteller meist nicht in Einklang mit der gefahrenen Wirklichkeit zu bringen sind: Zu sehr hängt der Stromverbrauch vom persönlichen Fahrstil und Umwelteinflüssen wie dem Wetter oder der Topographie ab.

Keine Langzeiterfahrungen: Wer einen Benziner oder Diesel kauft, weiß ungefähr, wie hoch die Laufleistung seines Fahrzeugs ist. Diese Werte haben sich im Laufe der Jahrzehnte eingespielt. Für Elektroautos gibt es noch keine Langzeiterfahrungen. Die Technik ist zwar einfach, doch der Knackpunkt ist die Batterie: Wie lange hält sie beispielsweise ihre Leistung, kann sie durch viele Schnellladevorgänge eventuell beschädigt werden? Wie hoch sind die Kosten, die dadurch entstehen? Hier werden sich erst im Lauf der nächsten Jahre Erfahrungswerte ergeben.

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Hohe Anschaffungskosten: Tatsächlich sind Elektromodelle in der Anschaffung teurer als vergleichbare Autos mit konventionellen Antrieben. Kostentreiber ist hier die Batterie. Dieser Faktor wird aber mit der Zeit durch die Fördergelder, die steuerlichen Vorteile und die niedrigeren Betriebskosten mehr als wett gemacht. Auch werden die Fahrzeuge mit der Zeit günstiger, denn die Industrie dürfte mittlerweile verstanden haben, dass sie die Preisproblematik beim Kunden unterschätzt hat.

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