Neue Studie

Corona-Hilfen für kleine Unternehmen und Selbstständige hätten besser wirken können

Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss: Laut einer aktuellen Studie hätte die Information für die Empfänger der Hilfen besser laufen können.

Frankfurt. Bei den Corona-Hilfen für kleine Unternehmen und Soloselbstständige hat es an schnellen Zugängen zu staatlichen Unterstützungsmaßnahmen gehapert. Außerdem empfehlen Wissenschaftler, ein neues Finanzinstrument zu schaffen, das ein Mindesteinkommen für die Betroffenen sichert. Ferner soll ein Expertenrat eingerichtet werden, um bei künftigen Krisen bedarfsorientierter helfen zu können. Das geht aus einer aktuellen Studie von fünf Forschungsinstituten und der Bertelsmann Stiftung hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

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Zwei Jahre ist es her: Mitte März 2020 begannen Bund und Länder, zur Bekämpfung der Covid-Pandemie massiv in das Wirtschaftsleben immer wieder mit Lockdowns und anderen Beschränkungen einzugreifen. Viele kleine Betriebe und Tausende Selbstständige traf es besonders hart. Allein schon, weil sie zumindest anfangs damit überfordert waren, finanzielle Unterstützung wie die Corona-Überbrückungshilfen oder die Schnellkredite der KfW anzufordern.

Allerdings hat die Studie auch ergeben, dass die verschiedenen Hilfspakete die erhoffte stabilisierende Wirkung dennoch entfaltet haben. „Doch Zielgerichtetheit und Bedarfsorientierung und auch der faire, schnelle und reibungslose Zugang zu den Hilfen sollten bei künftigen Krisen besser organisiert sein“, sagt Alexandra David von der Hochschule Gelsenkirchen.

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Sie ist eine der Autorinnen der Untersuchung, deren Basis Tiefeninterviews mit 34 Unternehmern und Unternehmerinnen aus dem Einzelhandel, der Gastronomie und aus wissensintensiven Dienstleistungen (Beratungs-, Informations- und Kommunikationsbranche) waren.

Bessere Information erwünscht

Aus den Aussagen der Betroffenen wird deutlich, dass die Unterstützungsmaßnahmen eine größere Wirkung erzielt hätten, wenn es eine bessere Kommunikation gegeben hätte. Deshalb fordert Co-Autorin Susann Schäfer von der Uni Jena: „Eine zentrale Informationsseite und eine Netzwerkplattform für den Austausch der Selbstständigen sollten präventiv für künftige Krisen eingerichtet werden.“

Das Forscherteam macht auch darauf aufmerksam, dass für Freiberufler, Kleinunternehmer und Soloselbstständige, deren finanzielle Situation sich seinerzeit dramatisch verschlechterte, der vorübergehend erleichterte Zugang zur Grundsicherung nur bedingt geeignet gewesen sei.

Deshalb die Empfehlung an die Politik, ein neues Instrument zur finanziellen Unterstützung zu entwickeln. „Denkbar wäre beispielsweise, in den Überbrückungshilfen auch die Lebenshaltungskosten dieser Gruppe von Unternehmerinnen und Unternehmern zu berücksichtigen“, heißt es in der Studie.

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Und schließlich machen die Wissenschaftler darauf aufmerksam, dass bei künftigen Krisen ein schnelles und gezieltes Eingreifen gewährleistet sein muss. Daher der Vorschlag mit dem Expertenrat, der schon im Vorfeld Krisenszenarien durchspielen soll. „Solch ein fachübergreifender Rat wäre ein konkreter Beitrag, die Resilienz der Unternehmen und damit auch der Gesamtwirtschaft gegen künftige externe Schocks zu erhöhen“, erläutert Co-Autor Armando Garcia Schmidt von der Bertelsmann Stiftung.

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