Kommentar

Der Autoindustrie fehlt das Navi

BMW versucht in Las Vegas den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft.

BMW versucht in Las Vegas den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Autos gehören auf der „Consumer Electronics Show“ inzwischen zum Standardprogramm. Reiste der Wanderzirkus der Branche früher im Januar nach Detroit, ist es heute Las Vegas – nicht nur wegen des Wetters. Die Auftritte der großen Hersteller auf der Elektronikmesse versprechen eine Win-win-Situation: Die Veranstalter können etwas anderes zeigen als immer nur flache Displays. Und die Autobauer können demonstrieren, dass ihre Fahrzeuge „Smartphones auf Rädern“ sind.

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Je öfter sie das tun, desto schwieriger wird es allerdings. Denn der Anspruch des vollvernetzten Autos ist nun auch schon gut zehn Jahre alt, und manche Vision von damals muss heute noch herhalten – weil sie der Realität seitdem nicht wesentlich näher gekommen ist. Vernetzung bedeutet im Alltag immer noch vor allem, dass sich das Smartphone in der Tasche mit dem großen Display im Armaturenbrett verbindet. Wer mag, kann einen Sprachassistenten nutzen – wie in jeder anderen Lebenslage auch.

Nur Smartphones auf Rädern

So sind Autos tatsächlich Smartphones auf Rädern geworden, aber mehr nicht. Neue Mitspieler wie Foxconn und Sony nutzen ihre Stärke hier aus. Und die klassischen Marken irren herum, als bräuchte das Navi ein Update. VW präsentiert in Las Vegas das nächste Modell auf der ID‑Plattform – modern und schick, aber sicher nicht visionär. BMW dagegen versucht es mit einem kühnen Blick in die Zukunft und hält wechselnde Außenfarben für „Digital Emotional Experience“ – digitale emotionale Erfahrung. Das kommt heraus, wenn man verzweifelt versucht, „Freude am Fahren“ in die Zukunft zu übersetzen.

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Und was wollen die Kunden?

Allen fehlen im Moment zwei Dinge: einsatzfähige Technik für das autonome Fahren, die aus den jahrelang gepflegten Visionen Wirklichkeit machen könnte. Und Klarheit darüber, was die Kundinnen und Kunden von all dem eigentlich haben und bezahlen wollen. Die Route liegt mehr denn je im Nebel. Den besten Routen­planer hat nach Meinung führender Autoleute allerdings Google.

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