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Öl so teuer wie seit 2014 nicht

Börsenbeben: Dax verliert mehr als 4 Prozent nach Russlands Angriff auf Ukraine

Ein Aktienhändler telefoniert auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse vor der Anzeigetafel mit der Dax-Kurve.

Frankfurt/Main. Russlands Krieg gegen die Ukraine hat den Aktienmärkten am Donnerstag einen weiteren schweren Schlag versetzt. Der Dax ging auf Talfahrt und fiel zwischenzeitlich mehr als 5 Prozent auf unter 13.900 Punkte und schloss am Ende des Handelstages 4 Prozent im Minus. Auch der MDax der mittelgroßen Werte büßte am Ende des Handelstages rund 3,8 Prozent ein. Europaweit wurden ebenfalls starke Verluste an den Börsen verzeichnet, während Gold, Staatsanleihen oder Währungen wie der Yen oder US-Dollar zulegten. Der Dow Jones startete am Donnerstag ebenfalls mit einem Minus von mehr als 2 Prozent in den Handelstag.

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Der Euro sackte erstmals seit Ende Januar wieder unter 1,12 US-Dollar. Tags zuvor noch hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1344 Dollar festgesetzt. Am deutschen Rentenmarkt stiegen die Kurse deutscher Bundesanleihen kräftig. Die Umlaufrendite fiel im Gegenzug von 0,13 Prozent am Vortag auf 0,03 Prozent. Der Rentenindex Rex zog um 0,51 Prozent nach oben auf 142,04 Punkte. Auch Gold war gefragt.

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Auch Rohstoffpreise zogen am Donnerstag kräftig an: Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent kostete erstmals seit 2014 mehr als 100 Dollar. Der Preis für Aluminium kletterte auf ein Rekordhoch von 3388 US-Dollar.

Im Sog des Konflikts um die Ukraine war der Dax bereits in den vergangenen Tagen unter Druck geraten. Das Minus seit Jahresbeginn summiert sich inzwischen auf knapp 13 Prozent, während es 2021 noch ein Plus von knapp 16 Prozent gegeben hatte. Ein weiterer Grund für die Korrektur im bisherigen Jahresverlauf ist neben der Ukraine die zunächst in den USA anstehende Zinswende infolge der hohen Inflation.

Kein Dax-Unternehmen im Plus

Vor dem Hintergrund der russischen Invasion der Ukraine samt der durch die Nato aktivierten Verteidigungspläne für Osteuropa fanden Unternehmensberichte nur begrenztes Anlegerinteresse. Aus dem Dax, in dem unter den 40 Unternehmen kein einziges im Plus notierte, berichteten die Deutsche Telekom und Heidelbergcement über das abgelaufene Jahr. Die T-Aktie gab um 6,4 Prozent nach und die Anteile des Baustoffherstellers um 7,7 Prozent.

Schlusslicht allerdings waren die Aktien der Deutschen Bank mit einem zehnprozentigen Minus. Ähnlich schwach zeigten sich die Commerzbank-Aktien im MDax. Bankwerte hatten zuletzt stark von der Aussicht auf höhere Zinserträge profitiert. Womöglich könnten die Notenbanken sich angesichts des Krieges nun aber ein wenig zurückhalten. Im Fokus stehen zudem weitere Sanktionen des Westens gegen Russland. So war zuletzt auch ein Ausschluss Russlands auf dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift im Gespräch. Das könnte auch westliche Banken vorübergehend belasten.

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Die Aktie des in Russland tätigen Stromerzeugers Uniper, brachen um 17,5 Prozent ein. Uniper ist außerdem Mitfinanzierer der auf Eis gelegten Gaspipeline Nord Stream 2.

Am russischen Aktienmarkt ging der Ausverkauf weiter: Der RTS-Index brach um fast die Hälfte auf 612 Punkte ein. Binnen sechs Handelstagen summierten sich die Verluste dort auf rund 60 Prozent. Die russische Notenbank kündigte Interventionen am Devisenmarkt an, nachdem der Rubel auf ein Rekordtief zum US-Dollar gefallen war. Am Morgen war der Handel zunächst ausgesetzt worden und dann verspätet gestartet.

RND/dpa/seb

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