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Sturmschaden Was tun?

Der Blick nach oben: Dach-Wartung ist wichtig

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Auch wenn auf den ersten Blick alles in Ordnung ist, sollten Hausbesitzer ihr Dach regelmäßig überprüfen lassen. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Stürme in Orkanstärke werden häufiger, ebenso schwere Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen. Solche Wetterkapriolen setzen vor allem auch Dächern oft stark zu. Während zum Beispiel die Dachziegel bei Neubauten durch entsprechende Dachklammern bereits gegen die vom Klimawandel verursachten Wetterereignisse zusätzlich gesichert werden, müssen Eigentümer von Bestandsbauten nach Stürmen immer öfter mit Schäden rechnen. „Hauseigentümer, wie übrigens auch Mitglieder von Eigentümergemeinschaften, sollten deshalb mindestens einmal im Jahr ihr Dach überprüfen lassen und zusätzlich nach jedem Sturm, Hagel oder schwerem Gewitter“, empfiehlt Dipl.-Ing. (FH) Marc Ellinger, Sachverständiger im Verband Privater Bauherren (VPB). Wer die Wartung vernachlässigt hat, muss im Schadenfall mit dem teilweisen oder gar kompletten Verlust des Versicherungsschutzes durch die Gebäudeversicherung rechnen.

Bei mangelnder Kontrolle droht Verlust des Versicherungsschutzes

„Erster Schritt der Dachkontrolle ist immer die Inaugenscheinnahme durch die Eigentümer“, erläutert Ellinger. Verschobene Ziegel und zerbrochene Dachsteine fallen auch Laien auf, wenn sie von unten das Dach begutachten. Bei steilen Dächern hilft oft ein hochauflösendes Foto, um Gewissheit über den Zustand des Dachs zu bekommen. Idealerweise werden solche Fotos vom Nachbarhaus aus gemacht oder mit einer Drohne aufgenommen. „Die Aufnahmen zeigen den Zustand des Daches und eventuelle Schäden. Und im Vergleich mit den Aufnahmen aus den Vorjahren werden dabei Veränderungen der Dachdeckung gut sichtbar, was auch für die langfristige Sanierungsplanung hilfreich ist.“

Check im Frühjahr

Finden sich auf den Fotos Hinweise auf Schäden, sollten Profi s das Dach inspizieren. „Ideal für eine jährliche Routinekontrolle sind trockene Tage im Herbst oder besser noch im Frühjahr, weil dann auch eventuelle Schäden durch Schneelasten im Winter gleich entdeckt werden“, erklärt der Sachverständige. Gecheckt werden dabei neben den Ziegeln auch die Verkleidungen von Gauben und Giebeln sowie der Zustand und Sitz von Zinkeindeckungen an Kaminen, Gauben, Dachflächenfenstern und Graten. Solaranlagen sollten nach schweren Stürmen ebenfalls geprüft werden. Reichen Sichtkontrolle von unten und hochauflösende Fotos dazu nicht aus, müssen die Experten selbst aufs Dach und nachsehen, ob alles in Ordnung ist.

Wer ein älteres Haus bewohnt, sollte sich überlegen, ob sich die Nachrüstung seiner Ziegel mit Dachklammern oder sogar eine neue Dachdeckung lohnen könnten – schließlich haben Hauseigentümer auch Verkehrssicherungspflichten. Dies gilt auch für Eigentümergemeinschaften: Sie sollten ihren Verwalter dazu anhalten, das Hausdach regelmäßig checken zu lassen.