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START IN DIE BAUSAISON MAI 2022

Nachhaltig bauen, CO2 sparen 

SORGFÄLTIGE PLANUNG VERKLEINERT DEN ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCK

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Klassische vs. klimaeffizientere Bauweise: Wo lässt sich CO2 sparen? Grafik: Bausparkasse Schwäbisch Hall

Neu bauen - aber nachhaltig! Am klimafreundlichsten sind Gebäude, wenn ihre Baustoffe ressourcenschonend hergestellt wurden und einfach wiederverwendet werden können. Deshalb sollten Bauherren die Klimaeffizienz bereits bei der Planung mitdenken. Wie Bauherren ihren CO2-Fußabdruck klein halten können, erklärt Schwäbisch-Hall-Architekt Sven Haustein.

1. DIE LAGE

Die Nachhaltigkeit des neuen Zuhauses steht und fällt mit der Lage des Grundstücks. Generell gilt: innerörtliche Nachverdichtung vor Neubau auf der grünen Wiese. Denn: „Angesichts des aktuellen Bauflächen-Mangels ist es sinnvoller, nach Brachflächen oder Bestandsgebäude Ausschau zu halten“, so Architekt Haustein. Die Lage spielt auch bei der Gebäudegestaltung eine wichtige Rolle: Anhand der Ausrichtung des Gebäudes auf dem Grundstück und seiner Fenster zur Sonne lassen sich solare Wärmegewinne und sommerlicher Hitzeschutz energiesparend anpassen. All diese Faktoren sind für die Planung des Energiekonzepts bedeutsam. Vorsicht ist bei dem Fensterflächenanteil geboten: „Selbst modernste Dreifachverglasung verliert mehr Energie als die Außenwand, wenn sie nicht richtig ausgerichtet wird“, so der Experte.

2. DIE WOHNFLÄCHE

CO2-Sparen funktioniert mit weniger Wohnfläche besonders gut. Je kleiner diese ausfällt, desto weniger muss gebaut, ausgestattet und beheizt werden. Umso kritischer sollten Bauherren die Notwendigkeit von Doppelgarage, begehbarem Kleiderschrank oder Gästezimmer hinterfragen. Auch Keller werden immer häufiger durch Garagen-Anbauten ersetzt. Denn je kompakter ein Gebäude, desto geringer der Wärmeverlust über die Gebäudehülle. Eine geschickte Maßnahme zur Verringerung der Gesamtfläche besteht darin, Verkehrsflächen, wie zum Beispiel den Flur, klein zu halten oder zum Wohnen zu nutzen. „Um die Nutzungsdauer der Immobilie zu verlängern, sollten Bauherren schon beim Bau an ihre zukünftigen Bedürfnisse denken“, rät Haustein. So kann ein Einfamilienhaus mit einer Treppe im Eingangsbereich einfach in getrennte Wohnbereiche aufgeteilt werden, ein offener Grundriss ermöglicht es, nachträglich Trennwände zu ziehen, und barrierefrei baut, beugt Umbaumaßnahmen im Alter oder gar einem Auszug vor.

3. DIE BAUSTOFFE

Um nachwachsende Baumaterialien kommen Bauherren, die klimaschonend bauen möchten, nicht herum. Statt Beton, Ziegel oder Kalkstein - Baustoffe, die durch ihre Erstellung eine negative Klimabilanz aufweisen - greifen umweltbewusste Bauherren so oft wie möglich zu Holz, Lehm und natürlichen Dämmstoffen wie Hanf, Schafwolle, Flachs, Seegras und Stroh. Vor allem Holz entwickelt sich zum Top-Baustoff, denn fest verbaut speichert es sein gebundenes CO2. Für natürliche Baustoffe gilt jedoch: Ihr Klimavorteil hängt von Herkunft, Verarbeitung und Verwertung ab.

4. DIE ANLAGENTECHNIK

Mit modernen Anlagen wird der CO2-Abdruck eines Neubaus von Anfang an klein gehalten, denn die Wärmeerzeugung für Haus und Warmwasser verbraucht im Haus am meisten Energie - eine Klimaanlage gilt es zu vermeiden. Mit Wärmepumpe, Holz oder Pellets heizen Hausbesitzer weitgehend CO2-neutral. „Die Anlagentechnik muss das Energiekonzept, den Platz und die Verknüpfungsmöglichkeiten mit weiterer Haustechnik berücksichtigen“, empfiehlt Haustein.

Zwar sind mit nachhaltigen Gebäuden Mehrkosten verbunden, jedoch investieren Bauherren in spe gleichzeitig in höhere Wohnqualität und dauerhaft niedrigere Betriebskosten, außerdem winken attraktive Förderungen. Viel wichtiger aber ist, dass der ökologische Fußabdruck eine Nummer kleiner ausfällt.