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Peiner Freischießen Chronik

Steckbrief - TSV „Bildung“ Peine Korporation von 1863 e. V.

WIR SIND ERREICHBAR:

Steckbrief - TSV „Bildung“ Peine Korporation von 1863 e. V.

DIE VEREINSGRÜNDUNG 1863Zur Zeit der Vereinsgründung lebten in Peine nur etwa 4000 Menschen. Fabriken oder große industrielle Betriebe existierten damals noch nicht. Die Peiner Bürger arbeiteten in der Landwirtschaft oder im Handwerk. Es gab zwar eine Grundschulpflicht, jedoch gab es keine Berufs- oder Weiterbildungsschulen.Den Handwerksgesellen und Lehrlingen eröffneten sich daher auch keine Möglichkeiten, ihr praktisches und theoretisches Wissen zu vertiefen oder zu erweitern. Eine berufliche Fortbildung war ebenfalls unmöglich. Es entsprang der Wunsch, sich selbst zu helfen und gegenseitig zu fördern.

Kurz und knapp zusammengefasst

Im Mai 1863 versammelten sich daher 37 Handwerksgesellen und berieten die Gründung eines Vereines mit dem einzigen Zweck und Ziel, die geistigen, sittlichen, geselligen und gewerblichen Interessen ihrer Zunft voranzubringen. Politische oder religiöse Tendenzen sollten dabei ausgeschlossen sein.

Am 23. Mai 1863 richteten die Handwerksgesellen ein Schreiben an den Magistrat der Stadt Peine mit der Bitte, der Gründung eines Arbeiter-Bildungs-Vereins zuzustimmen.

Am 15. Juli 1863 konnte die Gründung des Vereins vollzogen werden, nachdem der Magistrat der Stadt Peine den Antrag genehmigt hatte. Der erste Vorstand setzte sich ausschließlich aus Tischlergesellen zusammen.

Steckbrief - TSV „Bildung“ Peine Korporation von 1863 e. V.-2

DIE VERLEIHUNG DER KORPORATIONSRECHTE 1896

Als Eigentümer eines Grundbesitzes und als Vertreter von Interessen vieler Peiner Bürger, die den Verein in vermögensrechtliche Beziehungen zu einer großen Anzahl von Personen brachten, konnte sich der Verein nur schwer des Rechts einer juristischen Person entziehen.

Also entschloss sich die Generalversammlung von 1896 auf Antrag des Vorstandes, die königliche Regierung um die Verleihung der Korporationsrechte zu bitten. Mit der Ausführung des Beschlusses wurde der Vorstand beauftragt. Das Gesuch wurde dem königlichen Regierungspräsidenten, Herrn Dr. Schulz, überreicht. Seiner guten Meinung und seines persönlichen Einsatzes für den Arbeiter-Bildungs-Verein ist es zu verdanken, dass die Verleihung der Korporationsrechte unter möglichster Schonung der eingelebten und bewährten Einrichtungen des Vereins am 14. September 1896 erfolgte.

DIE TEILNAHME AM PEINER SCHÜTZENFEST

Die Teilnahme des Arbeiter-Bildungs-Vereins am Peiner Schützenfest, das später in Peiner Freischießen umbenannt wurde, bestand seit der Vereinsgründung. Im Gegensatz zu den anderen in der damaligen Zeit bestehenden Korporationen zog der Arbeiter-Bildungs-Verein ohne Waffen aus. Der Verein beteiligte sich auch nicht am Ausschießen der Könige der Stadt Peine.

Diese Tradition wurde nur einmal vor dem Zweiten Weltkrieg gebrochen: 1935 gab Karl Fischer den besten Schuss ab und wurde erster König seit Bestehen des Vereins.

VERBOT UND AUFLÖSUNG 1936

Am 12. Januar 1936 beugte sich eine außerordentliche Mitgliederversammlung unter Vorsitz von Friedrich Walkling (Schriftsetzer der damaligen Peiner Zeitung) dem immer stärker werdenden Druck der NSDAP und beschloss die Auflösung des Vereins und den Verkauf des Vereinsheimes sowie des Grundstückes in der Goethestraße. Beides wurde, einschließlich sämtlichen Inventars, zum Preis von 36.000,00 Reichsmark an den Stadtmusikdirektor M. Fritsche am 23. Januar 1936 verkauft. Mit dem Erlös wurden die Verbindlichkeiten des Vereins beglichen und der Rest unter den Vereinsmitgliedern aufgeteilt.

Motto des TSV „Bildung“: …aus Tradition anders!

NEUGRÜNDUNG 1946

Die Neugründung des Vereins wurde am 9. September 1946 durchgeführt. Durch das Verbot der Besatzungsmächte, den alten Traditionsnamen Arbeiter-Bildungs-Verein beizubehalten, wurde der Verein als TSV „Bildung“ von 1863 e. V. Peine in die Genehmigungsliste der Besatzungsmächte eingetragen. Das war der Start zu einem neuen Vereinsleben. Den Stamm der Vereinsmitglieder bildeten jetzt die aktiven Sportler. Die Hoffnung, dass alle früheren Mitglieder des Arbeiter-Bildungs-Vereins zurückfinden würden, erfüllte sich nur zum Teil. Allerdings stellten sich einige tragende Säulen des Vereins vor der Auflösung auch nach der Neugründung wieder zur Verfügung und trugen wesentlich dazu bei, dass der TSV „Bildung“ zu einem wichtigen, nicht mehr wegzudenkenden Verein in der Stadt Peine geworden ist. Mitglied kann jeder werden – egal …

AKTIVE TEILNAHME AM PEINER FREISCHIESSEN AB 1950

Der Tradition folgend, entschloss sich der Verein, ab 1950 wieder aktiv am Peiner Freischießen teilzunehmen. Hierzu wurde am 5. September 1949 ein Antrag an die Bürgerschaffer gestellt, dem am 7. Januar 1950 stattgegeben wurde.

Die Durchführung des Peiner Freischießens oblag dem Komitee, das später in das Kollegium überging.

Die erste Königswürde des TSV „Bildung“ nach dem Zweiten Weltkrieg errang Günter Grote.

Die Beteiligung am Peiner Freischießen führte auch zur Gründung verschiedener Abteilungen im Verein:
• 1950: Gründung einer Schießsportabteilung
• 1951: Gründung eines Spielmannszuges

Nur acht Hauptleute seit dem Zweiten Weltkrieg:
• 1950 – Willi Stange
• 1951–1961 – Willi Schmidtke
• 1962–1963 – Richard Schmidt
• 1964–1972 – Karl-Heinz Sempf
• 1973–1985 – Horst Köhler
• 1986–1999 – Herbert Mücke
• 2000–2008 – Carsten Schild
• seit 2009 – Rüdiger Kreis

WEITERE INFOS

• Circa 480 Mitglieder (Stand Mai 2021)

Mitglied kann jeder werden – egal …
• … welchen Geschlechts (m/w/d)
• … welcher Nationalität
• … welcher Herkunft
• … welchen Alters (Kinder unter 6 Jahren sind beitragsfrei)
• … welcher Konfession
• … welcher Hautfarbe
• … welcher politischen Gesinnung
• … welcher sexuellen Orientierung.

Jedoch werden wir allem Extremismus entschieden entgegentreten und gegebenenfalls eine Mitgliedschaft ablehnen.

Abteilungen des TSV „Bildung“:
• Fußball
• Handball
• Schießsport
• Spielmannszug
• Tischtennis
• Gesang
• Gymnastik
• Ju-Jutsu
• Radsport
• Kollegium

Mitgliedsstärke Kollegium: 62

Vorstand Kollegium:
• Hauptmann
• Adjutant
• 3 Feldwebel
• 2 Schaffer
• 2 Vormarschierer
• Vergnügungspräsident
• Pressesprecher

ABLAUF DES PEINER FREISCHIESSEN IM TSV „BILDUNG“

Donnerstag
• Schmücken des Festzeltes auf dem Schützenplatz
• Sauerfleischessen auf dem Festzelt

Freitag
• Übungsmarsch vom Vereinsheim zum Festzelt
• Konzert des Stadtorchesters auf dem Festzelt

Samstag
• Nachmittags: „Ständchenparty“ beim König
• Abends: Tanz/Party im Festzelt mit „bunten Programm“ unter anderem Proklamation des neuen Kleinen Königs, „Aufnahmezeremonie“ für Neumitmarschierer und „ offizielle Eröffnung“ des Peiner Freischießens beim TSV „Bildung“ durch den amtierenden König

Sonntag
• Mittags: Abmarsch vom Festzelt zum Abholen des Königs und der Jubelkönige
• Hauptumzug
• Korporationsbesuche
• Ratsempfang auf dem Festzelt
• Tanz/Party im Festzelt

Montag
• Kaltes Frühstück
• Kattenhägener Festumzug
• Hauptumzug
• Kindertanz im Festzelt
• feierliche Verabschiedung des scheidenden Königs im Festzelt
• gemeinsamer Marsch der sogenannten Hagenmarkt-Korporationen zur Proklamation
• Vorstellung des neuen Königs durch einen Vertreter der Stadt im Festzelt
• Tanz/Party im Festzelt

Dienstag
• Königsfrühstück (traditionell: Rouladen)
• Bunter Umzug
• Ständchen beim neuen König
• Königseinzugsmarsch („Fackelumzug“)
• Beendigung des Peiner Freischießens im Festzelt
• Ausklang

Mittwoch
• Inventarabbau im Festzelt und Einlagerung im Vereinsheim mit gemeinsamem „Wundenlecken“

Die Bildungsuniform besteht aus:
• kornblumenblauer Studentenmütze
• blauer Krawatte mit Bienenkorbemblem („Bildungskrawatte“)
• dunkelblauem Sakko mit Bildungsemblem
• weißem Hemd
• weißer Hose
• schwarzen Schuhe
• schwarzen Socken
• weißen Handschuhen

WIR SIND ERREICHBAR:

ANSPRECHPARTNER:
der einzelnen Abteilungen – siehe: www.tsv-bildung.de

KONTAKTDATEN:
TSV Bildung Peine von 1863 Korporation e. V.
Schäferstraße 33
31224 Peine
Telefon: 05171 17153
E-Mail: tsv-bildung-peine@t-online.de