Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Anzeige
HWG Kurier

Altbau-Sanierung kostet Billionen

Altbau-Sanierung kostet Billionen Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

© andrey/123RF

Alternative Heizungen, eine bessere Dämmung und neue Fenster: Um die von der Politik festgelegten Klimaschutzziele in Deutschland zu erreichen, soll auch im Gebäudesektor kräftig investiert werden, vor allem bei der Sanierung von Altbauten. Doch die Kosten für die Eigentümer werden gigantisch.

Eine Studie im Auftrag des Verbändebündnisses Wohnungsbau schätzt sie auf bis zu 150 Milliarden Euro pro Jahr. Das wären bis 2045 – dem Jahr, in dem Deutschland klimaneutral sein will – insgesamt 3,6 Billionen Euro. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik im Jahr 2020.

Schon jetzt, so die Studie, würden bereits rund 50 Milliarden Euro jährlich in energetische Sanierungen investiert. Die Wohnungs- und Immobilienbranche sieht Eigentümer deswegen völlig überfordert. Die Politik solle ihre Anforderungen herunterschrauben und den Hausbesitzern mehr unter die Arme greifen, verlangen mehrere Eigentümerverbände. Klimaneutral könne man auch mit mittleren Standards werden, wenn man beim Heizen und Strom auf erneuerbare Energien umstelle.

Die Verbände bezweifeln, dass höhere energetische Anforderungen auch tatsächlich mehr zum Klimaschutz beitragen. „Abstriche bei der Energieeffi zienz von Wohnhäusern zu machen bringt am Ende mehr Klimaschutz“, sagt Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbandes Baustoff-Fachhandel. Denn nur so seien Sanierungen vor allem bei Altbauten machbar.

Die Kosten könnten im Übrigen noch teurer werden. Denn die Studie rechnet nicht einmal mit den Standards, die SPD, Grüne und FDP im Koalitionsvertrag festgelegt haben. Danach liegen die Anforderungen für Energieeffizienz im Neubau bis 2025 beim sogenannten „Effizienzhaus 40“, beim Umbau von Bestandsgebäuden ab 2024 beim „Effizienzhaus 70“ – die Studie rechnet dagegen mit weniger strengen Vorgaben, mit 70 beim Neubau und 115 bei Sanierungen.

Zum Verständnis: „Effizienzhaus 40“ bedeutet, dass ein Gebäude nur 40 Prozent der Energie eines Standard-Neubaus verbraucht.

Nach Ansicht des Bündnisses aus Immobilienunternehmen, Baubranche, Gewerkschaft und Mieterbund müssen die politischen Vorgaben runtergestuft werden. „Wenn wir das beachten, dann schaffen wir es auch mit den Ressourcen, mit den Handwerkskapazitäten und vor allem mit den Haushaltsressourcen, sowohl bei den Menschen, aber auch der öffentlichen Hand“, sagt Axel Gadaschko, Präsident des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft GdW. Quelle: Wohnart