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City Land 2/2021

Ein Riesenhirsch für den Eiszeitgarten am Städtischen Museum Schloss Salder

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Foto: Rudi Karliczek

Das Fellnashorn und das Mammut sind schon seit vielen Jahren da, in wenigen Wochen bevölkert noch ein Riesenhirsch den Eiszeitgarten am Städtischen Museum Schloss Salder. Megaloceros gigantos heißt die lateinische Bezeichnung für die Tiere, die vor etwa 8.000 Jahren europaweit verbreitet waren und vermutlich auch in den Wäldern der Region Salzgitter lebten. Demnächst erinnert eine originalgetreue Figur aus Glasfaser und Kunstfell an diese Epoche.Die Grube für das Fundament gibt es schon, nur die Baugenehmigung fehlt noch. Liegt das Papier vor, kann sich der Riesenhirsch aus der Werkstatt des Dinoparks in Münchehagen auf den Weg nach Salder machen. Ein Kran wird das Modell dann in den Eiszeitgarten heben. Auf diesen Moment freuen sich Vorsitzender Dr. Rolf Teusch und die übrigen 42 Mitglieder im Förderkreis Schloß Salder, der dafür gesorgt hat, dass die GFK-Techniker und Lackierer basierend auf Skelettfunden und wissenschaftlichen Beschreibungen von Hand einen Megaloceros fertigten.

Tierische Spende

Ein Riesenhirsch für den Eiszeitgarten am Städtischen Museum Schloss Salder-2

Das Tier war etwa so groß wie ein Elch, aber graziler, erklärt Diplom-Paläontologe Benjamin Englich. Mit zwei Metern lag das Schultermaß deutlich über den 1,20 bis 1,30 Metern, die ein Rothirsch hat. „Das Geweih hatte eine Spannweite von 3,60 Meter“, so der Fachmann, der die Vorgaben für die plastische Rekonstruktion gemacht hat. Die massive Jagd und die Eiszeit dürften der Grund gewesen sein, warum der Riesenhirsch ausgestorben ist.

Insgesamt 22.000 Euro flossen in das Projekt, 2.000 Euro davon kamen vom Lions-Club Schloss Salder, der Rest stammt aus Beiträgen, Spenden und Verkaufserlösen beim Museumsfest, Oldtimer-Treffen oder dem Adventsmarkt. „Das Museum kam mit dem Wunsch auf uns zu“, berichtet Dr. Rolf Teusch. Es ist nicht die erste große Aktion des Förderkreises, der seit 2015 jedes Jahr 350 bis 450 Euro für den Blumenschmuck im Schlosshof bezahlt. Weitere wesentliche Hilfen waren in den letzten Jahren die Beteiligung mit 4.000 Euro am Kauf des Büssing-Archivs (2010), der Erwerb von 16 Bänken für den Schlosshof für fast 18.400 Euro (2017) und die alleinige Finanzierung der Arbeiten am „Lesser Altar“ aus der Kniestedter/Lesser Kirche für mehr als 23.000 Euro (2018). Der Riesenhirsch setzt den Aktivitäten nun die Krone auf.