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Vielfältige Berufswege

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Ein überzeugendes Bewerbungsanschreiben erhöht die Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Foto: pxhere

Nach einem bestandenen Schulabschluss steht dem Glück theoretisch nichts mehr im Weg, wäre da nicht die leidige Frage: Was will ich nach meinem Schulabschluss eigentlich machen? So eine Entscheidung will gut überlegt sein. Umso wichtiger ist es, die Auswahlmöglichkeiten zu kennen und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ausbildungsarten zu verstehen. Immerhin geht es jetzt darum, zu entscheiden, wohin dich der Karriereweg führen soll. Oft ist die erste Frage: Studium oder Ausbildung? Die Möglichkeiten sind jedoch vielfältiger als oft gedacht: Von einem dualen Studium über eine Ausbildung in der Berufsfachschule bis hin zu Sonderausbildungen gibt es viele Ausbildungswege. 

Eine überzeugende Bewerbung erhöht die Chance auf einen Ausbildungsplatz

Ausbildung in Teilzeit

Generell kann man jeden Beruf auch in Teilzeit erlernen. Dabei wird deine wöchentliche Arbeitszeit – sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb – auf 20 bis 35 Stunden reduziert. Die Ausbildungsdauer verlängert sich dadurch in der Regel nicht. Ohne berechtigten Grund kann man die Ausbildung in Teilzeit allerdings nicht absolvieren: Diese Ausbildungsform richtet sich insbesondere an diejenigen, die Kinder oder pflegebedürftige Familienmitglieder betreuen müssen oder selbst gesundheitlich eingeschränkt sind.

Duale Ausbildung

Die betriebliche oder auch duale Ausbildung ist wohl die bekannteste Ausbildungsart in Deutschland. Während dieser wechseln sich Theorie und Praxis ab. Das bedeutet: Man arbeitet in einem Ausbildungsbetrieb und besucht zusätzlich die Berufsschule. Das duale Ausbildungssystem ist vor allem deshalb sehr beliebt, weil man von Anfang an praktische Erfahrungen sammelt, statt nur die Schulbank zu drücken – und dafür wird man auch entsprechend entlohnt.

Die Dauer der Ausbildung ist vom Ausbildungsberuf abhängig, üblich ist jedoch eine Ausbildungszeit zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Unter gewissen Umständen kann die Ausbildung im dualen System aber auch verkürzt werden: bei besonders guten Leistungen, wenn man bereits in einem anderen Ausbildungsberuf Berufserfahrungen gesammelt hat oder wenn man einen höheren Schulabschluss mitbringt.

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Das Duale Studium vermittelt theoretische Grundlagen in der Universität und praktische Erfahrungen des Berufsalltags in einem Betrieb. Foto: pjxabay

Die Vergütung in der Ausbildung liegt in der Regel mindestens zwischen 585 und 819 Euro und steigert sich mit jedem Ausbildungsjahr. Dein Ausbildungsgehalt ist natürlich abhängig vom jeweiligen Ausbildungsberuf, dem ausbildenden Unternehmen und der Branche. Seit einiger Zeit gibt es für Azubis auch einen Mindestlohn. Übrigens: Das Gehalt wird immer als Bruttoverdienst angegeben, was bedeutet, dass davon Beträge wie Steuern und Versicherungen abgezogen werden. Was am Ende übrig bleibt ist das Nettogehalt.

Egal für welchen Ausbildungsberuf man sich entscheidet, eines haben sie alle gemeinsam: Sie bestehen sowohl aus Praxis- als auch aus Theoriephasen. Die Praxisphasen finden natürlich innerhalb des Ausbildungsbetriebs statt. Je nach Größe des Unternehmens durchläuft man die verschiedenen Abteilungen und wird in die unterschiedlichen Aufgabenbereiche eingearbeitet.

In der Berufsschule werden sowohl für deine Ausbildung relevante Themen als auch die sogenannten allgemeinbildenden Fächer – wie beispielsweise Deutsch, Sport, Wirtschafts- und Sozialkunde – unterrichtet.

Bei einer betrieblichen Ausbildung findet der Berufsschulunterricht nämlich ausbildungsbegleitend statt. Entweder besucht man die Berufsschule regelmäßig, also ein- bis zweimal die Woche, oder der Unterricht findet in Blöcken statt. Dies bedeutet, dass man eine oder mehrere Wochen am Stück die Berufsschule besucht und während dieser Phasen die Prüfungen ablegt.

Bevor man eine duale Berufsausbildung beginnen kann, muss man sich zunächst bei einem Betrieb um eine Stelle als Azubi bewerben. Die Letzten werden nicht immer die Ersten sein, deshalb kümmert man sich am besten frühzeitig um eine Ausbildungsstelle – und nicht erst nach dem Schulabschluss. Ein überzeugendes Bewerbungsanschreiben erhöht die Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden – und wer es dort schafft, persönlich zu überzeugen, hat seinen Ausbildungsplatz schon fast in der Tasche.

Am Ende der betrieblichen Ausbildung stehen die Abschlussprüfungen an. In diesen werden die Lerninhalte der gesamten Ausbildung abgefragt. Neben einer schriftlichen Prüfung gibt es bei vielen Ausbildungsberufen auch eine praktische Prüfung.

Wer glaubt, außer einer dualen Ausbildung und Studium gäbe es keine anderen Alternativen, der hat sich getäuscht. Neben der betrieblichen Ausbildung gibt es auch die Möglichkeit, sich für eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule zu entscheiden. Sie findet dann in Form von Vollzeitunterricht statt – und wird deshalb auch vollschulische Ausbildung genannt. Insbesondere Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen aber auch einige technische Ausbildungen sind oft als solche ausgelegt. Eine schulische Ausbildung kann man an öffentlichen oder privaten Berufsfachschulen absolvieren.

Schulische Berufsausbildung

Natürlich werden auch bei der schulischen Berufsausbildung die praktischen Erfahrungen des Berufsalltags keineswegs vernachlässigt. Um dafür zu sorgen, dass die Ausbildung praxisnah abläuft, finden regelmäßig betriebliche Praktika statt. Diese Praktika werden entweder blockweise eingeschoben oder mit dem Berufsschulalltag kombiniert. Das kann beispielsweise bedeuten, dass zwei Tage in der Schule verbracht werden und drei im Betrieb. So haben die Auszubildenden die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen anzuwenden und können nach dem erfolgreichen Abschluss mit ausreichend Praxiserfahrung in den Beruf starten. Angehende Erzieher arbeiten beispielsweise im Rahmen ihres Praktikums im Kindergarten.

Wer sich für eine schulische Berufsausbildung entscheidet, der muss ähnlich wie bei einem Studium auf ein Gehalt verzichten oder sogar eine Schulgebühr bezahlen. Das kann sich natürlich nicht jeder leisten, es gibt aber Möglichkeiten, sich finanziell unterstützen zu lassen. Die gängigste Form der finanziellen Unterstützung sind BAB und BAföG – darauf hat allerdings nicht jeder Anspruch.

An öffentlichen Berufsfachschulen unterliegt die schulische Ausbildung dem Berufsbildungsgesetz (BBiG), wodurch der Ausbildungsinhalt an allen Schulen einheitlich festgelegt ist. Das Zeugnis hat dementsprechend in ganz Deutschland den gleichen Wert und muss überall anerkannt werden.

An den privaten Berufsfachschulen hingegen handelt es sich bei den Ausbildungszeugnissen mehr um sogenannte Bildungszertifikate. Es ist daher wichtig, den Ruf der jeweiligen Schule zu überprüfen, um sicherzugehen, dass der Abschluss in der Branche dich auch deutschlandweit für die Ausführung des Berufs qualifiziert.

Bei den öffentlichen Berufsfachschulen kann man zwischen teil- und vollqualifizierenden Berufsbildungsgängen unterscheiden. An einer teilqualifizierenden Berufsfachschule werden Grundlagen der Berufsausbildung vermittelt, aber man macht keinen Berufsabschluss. Dafür gibt es hier oft die Möglichkeit einen Schulabschluss, wie die mittlere Reife, nachzuholen. Mit einer schulischen Ausbildung an einer vollqualifizierenden Berufsschule erhält man im Gegensatz dazu einen Berufsabschluss.

Duales Studium

Mit einem Dualen Studium wird man zum echten Multitalent – denn hier werden die besten Aspekte aus Ausbildung und Studium miteinander kombiniert. Es gibt zwei Arten des Dualen Studiums: das Ausbildungsintegrierte Duale Studium und das Praxisintegrierte Duale Studium. Beide Varianten des Dualen Studiums vermitteln theoretische Grundlagen in der Universität und praktische Erfahrungen des Berufsalltags in einem Betrieb – man studiert also parallel zu der Zeit im Unternehmen an einer Hochschule oder Akademie.

Wer sich für das Modell des Ausbildungsintegrierten Dualen Studiums entscheidet, hat am Ende der Ausbildungszeit zum Bachelorabschluss sogar noch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Im Gegensatz dazu sammelt man in Praxisorientierten Dualen Studiengängen zwar Arbeitserfahrungen im Beruf, kombiniert aber den Hochschulabschluss nicht mit einem zusätzlichen Ausbildungsabschluss.

Wer bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat, hat außerdem die Möglichkeit ein Berufsintegrierendes Duales Studium zu absolvieren, um sich weiterzubilden. In diesem Fall reduziert man in Kooperation mit dem Unternehmen die Arbeitsstunden, sodass man zusätzlich studieren kann.

In der Regel ist ein Duales Studium vergütet – o ft sogar höher als eine klassische duale Ausbildung. Meistens ist es zudem so, dass das Unternehmen, bei dem man den Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, auch die Studiengebühren übernimmt oder mit der Vergütung verrechnet. Es kann auch vorkommen, dass man sich vertraglich für einen gewissen Zeitraum, über die Ausbildungszeit hinaus, an das Unternehmen bindet und sozusagen die Studiengebühren dort abarbeitet. Quelle: www.ausbildung.de