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Die Schützengilde zu Peine: Zum Schutz der Heimatstadt vor 425 Jahren gegründet & Jubiläumsfest

400 Mitglieder sind in sechs Sektionen ganzjährig aktiv

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Damals wie heute waren die Straßen dicht gesäumt mit feierfreudigen Peinern, die den Schützen kräftig zujubelten. © Stadtarchiv Peine

Die Schützengilde zu Peine von 1597 ist die mit Abstand älteste Freischießen-Korporation in Peine. Sie feiert dieses Jahr ihr 425-jähriges Bestehen. Trotz ihres hohen Alters" ist sie eine lebendige und hoch geachtete Korporation im Peiner Leben geblieben.

Das Entstehungsdatum der Gilde ist nicht genau feststellbar. So sagt man auch gerne, dass die Gilde, mindestens" 425 Jahre alt ist. Sie entstand aus der nötigen wachsenden Verteidigungsbereitschaft der Peiner Bürger zum Schutze der eignen Heimatstadt.

Da bei einem Stadtbrand 1593 alle schriftlichen Unterlagen der Stadt, auch die über die Schützen, verbrannt waren und 1597 neu geschrieben werden mussten, gilt das Jahr 1597 als Gründungsjahr der Gilde. Zum 300-jährigen Bestehen 1897 erhielt die Gilde den Status einer Juristischen Person.

Sie hieß anfangs „Löbliche Schützen-Gesellschaft" und dann ab 1829 Schützengilde. Schon seit alters her feierten die Schützen jährlich das Freischießen, wobei sich der beste Schütze teilweise von städtischen Abgaben freischießen konnte. In den Jahren 1651 bis 1771 gab es sogar zwei Freischießen im Jahr.

Die Peiner Schützengilde hat im Laufe ihrer über 400-jährigen Geschichte nicht nur gute, sondern auch schlimme Zeiten erlebt, so wie die ganze Stadt Peine, besonders im 30-jährigen Krieg wie in schlimmen Wirtschafts- und Kriegszeiten, ganz besonders Napoleon bis 1815. Auch in den beiden Weltkriegen fanden keine Freischießen statt.

Die Schützengilde ist stolz auf ihre Heimatstadt Peine und nimmt in besonderem Maße auch am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil. Anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt 1973 organisierten Mitglieder der Gildemaßgeblich den Aufbau und die Durchführung des großen historischen Fest-Umzuges der Korporationen. Anlässlich ihrer 400-Jahr-Feier 1997 stellte die Gilde ein umfangreiches Festprogramm für Peine zusammen, beginnend mit einem großen im mit Schiefe und vielen sonstigen großartigen Großen Zapfenstreich und Ball-Abend zu Pfingsten als Abschluss. Außerdem wurden zwei Stadttore in Originalgröße nachgebaut. An der Organisation der im selben Jahr stattfindenden Feierlichkeiten "400 Jahre Freischießen" war die Gilde eben falls intensiv beteiligt.

Zu den anderen Freischießen-Korporationen pflegt sie ein freundschaftliches Verhältnis. Mehrere Male im Laufe ihres Bestehens, zum Beispiel 1830, wurde sie zum Schutz der Bürger um Hilfe gebeten.

Die Gilde besitzt einen schönen großen am plaz Organisatorisch besteht die Gilde Sektionen gesamt fast 400 Mitgliedern, die das ganze Jahr über ein äußerst abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm anbieten. Sie hat eine hervorragende Schießabteilung mit ausgebildeten Schießsportleitern, bei der alle Mitglieder dem Schießsport nach: gehen können. Sie ist eng verbunden mit dem phantastischen Spielmanns- und Hörnerzug Olympia und dem exzellenten Blasorchester St. Barbara. Sie gibt im elften Jahr in Folge einen sehr informativen, Gildeboten" heraus mit dem neuesten Geschehen in der Gilde. (nic)

DAS FESTPROGRAMM ZUM JUBILÄUM IM ÜBERBLICK

Am heutigen Freitagabend startet die Schützengilde ihren offiziellen Festkommers für Mitglieder, Gäste der befreundeten Korporationen und Ehrengäste.

Am kommenden Sonntag, 3. April, wird mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der St.-Jakobi-Kirche gefeiert. Superintendent Dr. Volker Menke gestaltet den Gottesdienst. Im Anschluss gibt es im Gildesaal ein Festmenü mit musikalischer Untermalung.

Für Samstag, 4. Juni, und Sonntag, 5. Juni, ist ein „Jedermannschießen" geplant. Am Sonntag, 28. August, soll es einen Familientag geben. Die große Jubiläumsparty ist für Samstag, 10. September, geplant. Alles unter dem Vorbehalt, dass die Coronalage die Veranstaltungen zulässt. Auch beim Peiner Freischießen vom 1. bis 5. Juli soll das Gilde-Jubiläum entsprechend gefeiert werden. (nic)