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Schützengilde zu Peine: Rekrutenabend bleibt vielen Neumitgliedern in ewiger Erinnerung

Detaillierte Vorbereitung auf das Freischießen: Per Handschlag,befördert"

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Der Rekrutenjahrgang 2019/2020 mit Hauptmann Andreas Höver (links), Feldwebel Henning Peyers (hinten) und Adjutant Christian Suchan (rechts). © Gildearchi

Männer aus dem Peiner Land, die Interesse an der Mitgliedschaft in der Schützengilde haben, können über das Collegium oder auch einen Schützenbruder Kontakt aufnehmen. Nachdem sie an der einen oder anderen Veranstaltung teilgenommen haben und ein beidseitiges Kennenlernen erfolgreich war, „taucht wie aus heiterem Himmel ein Schütze mit einem Aufnahmeantrag auf", wie Insider schmunzelnd verraten. Darin werden Name, Familienstand, Beruf sowie weitere persönliche Daten erfragt. Wird der ausgefüllte Antrag vom Collegium befürwortet, ist der "Antragsteller" offiziell Mitglied der Schützengilde zu Peine von 1597 im Stande eines "Rekruten".

PERSÖNLICHES ANSCHREIBEN

Danach nehmen die Dinge ihren Lauf: Das Neumitglied erhält ein Schreiben vom Feldwebel, derzeit Henning Peyers, der zum einen um ein paar persönliche Informationen bittet (Hobbys und ähnliches) und zum anderen auf den nötigen Bedarf einer korrekten Uniform nebst Bezugsquellen hinweist. Rückt das Heimatfest näher, kommen neben den üblichen Einladungen zu Sektions- oder Gildeveranstaltungen, die Einladung zur Jahreshaupt-beziehungsweise Generalversammlung, die traditionell für Pfingstdienstag terminiert ist. Dann ist für das laufende Freischießen-Jahr Aufnahmestopp!

TRADITIONELLER REKRUTENABEND

Am darauffolgenden Donnerstag beginnt unter der Leitung des Feldwebels und in Anwesenheit honoriger Schützenbrüder des Collegiums und der Schießabteilung der sogenannte Rekrutenabend. Dieser findet im Traditionsraum des Collegiums statt und ist vielen einstigen Neumitgliedern in ewiger Erinnerung geblieben. „Bei dem Rekrutenabend können sich die Neuen kennenlernen und sämtliche Fragen rund um die Gilde und auch das Freischießen loswerden", wie die Mitglieder verraten. Vom Feldwebel werden sie dann in jeder Hinsicht auf das bevorstehende Heimatfest vorbereitet. Neben Geschichte und Gliederung der Gilde, Bedeutung und Zugehörigkeit der Fahnen erfahren die Rekruten auch etliches über die befreundeten Korporationen, den Ablauf des Festes, die Geheimrezepturen des Gildedruiden, Verhalten an Freischießen, Feinheiten der Uniform und vieles mehr.

©nic

TRINKFESTIGKEIT VORAUSGESETZT

Ein besonderes Augenmerk liegt an den Abenden aber auf den Trink- und Sangesgewohnheiten in der Gilde, um diese Kenntnisse bis zum Heimatfest zu verfestigen. Daher lautet die augenzwinkernde Empfehlung alteingesessener Gilde-Mitglieder: „Neumitglieder sollten sich für den Folgetag nicht allzu viel vornehmen oder die Rituale eher bei Mineralwasser üben."

An Freischießen werden die Rekruten schließlich beim Kommers, der offiziellen Festakt im Gildesaal, vom Feldwebel den übrigen Mitgliedern vorgestellt, als „tauglich" eingestuft und mit Handschlag des Hauptmanns zum Schützenbruder befördert. (nic)

Wer mit dabei sein möchte, kann sich per E-Mail direkt an den Hauptmann der Schützengilde, Andreas Höver, wenden: hauptmann@schuetzengilde-peine.de

SCHÜTZENGILDE HAT AUCH WEITERHIN GROSSE PLÄNE

Die Schützengilde hofft auf weitere mindestens 425 Jahre ihres Bestehens. Neue Planungen für die Zukunft gibt es immer, denn bei aller Tradition geht die Korporation mit der Zeit. So sind beispielsweise für den Gildesaal umfangreiche Renovierungen geplant, um das bereits in den vergangenen Jahren begonnene Vorhaben fortzuführen. Nach Thekenumbau, Installation eines barrierefreien Zugangs nebst zugehörigem WC, Fenster- und Glasdacherneuerung, Parkettsanierung sowie unterschiedlichsten Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sind nun die Technik und der Festsaal an der Reihe.

Darüber hinaus gilt es, intern weiterhin fähige und willige Kollegen für die Vorstandsarbeit zu finden, denn eine Korporation mit rund 400 Mitgliedern muss entsprechend betreut und organisiert werden. Aber auch neue Rekruten sind weiterhin herzlich willkommen, um alte Traditionen in der Moderne erfolgreich weiterzuführen. (nic)