Landen zwischen Löwen: Internationaler Flughafen für Masai Mara in Kenia geplant

Immer wieder nutzen Wildtiere, hier eine Löwin und ihr Junges, Start-und-Lande-Bahnen von Flugplätzen.

Immer wieder nutzen Wildtiere, hier eine Löwin und ihr Junges, Start-und-Lande-Bahnen von Flugplätzen.

Millionen Gnus und Zebras sind in diesen Tagen in der Masai Mara unterwegs und begeben sich langsam Richtung Serengeti in Tansania. Hinter ihnen her sind die großen Raubtiere – Löwen, Leoparden, Geparde, aber auch Hyänen und Schakale. Tausende Touristinnen und Touristen zieht das einzigartige Naturspektakel jedes Jahr an; die Gnuwanderung gilt als eine der größten Safari-Attraktionen und wird gern als achtes Weltwunder bezeichnet.

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Wer jedoch aktuell in die Masai Mara möchte, muss entweder von Nairobi oder Mombasa für einige Hundert Euro mit einem kleinen Flugzeug fliegen oder sich von Nairobi aus auf die rund fünfstündige Autofahrt begeben. In zwei Jahren soll sich das ändern, haben die kenianische Flughafenbehörde KAA und die kenianische Regierung nun verkündet.

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Kenia hofft durch neuen Flughafen auf mehr Tourismus

Durch einen 36,5 Millionen Euro kostenden Umbau des Angama Airstrips am Wildreservat Mara Triangle soll der erste internationale Flughafen in der Masai Mara, „Masai Mara International Airport“, eröffnen. Die Bauarbeiten laufen seit wenigen Tagen: Die Start-und-Lande-Bahn wird derzeit erneuert – und sie soll künftig internationalen Standards genügen. Die jetzt 1260 Meter lange Start-und-Lande-Bahn soll auf 3300 Meter verlängert und von 18 auf 45 Meter verbreitert werden. Ein neues Vorfeld sowie eine Umzäunung sind genauso geplant wie ein richtiges Terminal, meldet „Construction Review Online“.

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Solomon Kitungu aus dem kenianischen Verkehrsministerium bezeichnete das Projekt als „Meilenstein“, berichtet die kenianische Zeitung „The Standard“. Man wolle als Regierung „das Wachstum der Luftfahrtindustrie“ fördern, heißt es, und damit auch „die Entwicklung unserer nationalen Wirtschaft, insbesondere in den Bereichen Tourismus, Handel und Wirtschaft“, so Kitungu.

„Längst überfällig“: Politik freut sich über neuen Flughafen

Der Gouverneur der zuständigen Region Narok, Samnuel Tunai, bezeichnete den Bau des Flughafens als „längst überfällig“: Es sei ein „Beitrag zur weltweiten Anerkennung der Masai Mara als erstklassige Reisedestination, die für einheimische und internationale Reisende besser zugänglich gemacht wird.“

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Bisher sind alle Airstrips in der Masai Mara, die auch für ihre große Population an Löwen bekannt ist, ohne Zaun oder anderweitigen Schutz: Landende Flugzeuge müssen schon einmal Antilopen, Büffel oder andere Wildtiere verscheuchen, um aufsetzen zu können. Als Check-in dient eine kleine Hütte, oft steigen Pilotinnen und Piloten mit einer Namensliste aus und haken Passagiernamen händisch ab, ehe sie deren Gepäck verladen.

Tierschützer alarmiert: Flughafen zerstört Lebensraum zumindest teilweise

In den sozialen Medien und bei Tier- und Umweltschutzorganisationen blieb der Plan nicht ohne Kritik. Peter Rettig von der deutschen Organisation Future for Elephants, die mit Partnerorganisationen in der Masai Mara arbeitet, weist darauf hin, dass es sich um ein wichtiges Rückzugsgebiet für Wildtiere handele, vor allem in der Regenzeit. Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte er: „Ein Ausbau zu einem internationalen Flughafen wird den Lebensraum zumindest teilweise zerstören.“ Ein Umweltgutachten liege nach derzeitigem Wissensstand von Future for Elephants nicht vor.

Eine Befürchtung: Durch den Baulärm und Baumaschinen könnten Wildtiere in die angrenzenden Gebiete verdrängt werden – in denen Massai Landwirtschaft betreiben. Mensch-Tier-Konflikte könnten damit zunehmen. Eine weitere Sorge ist, dass der Ausbau des Flughafens nur ein erster Schritt sein könnte. „Wahrscheinlich wird das weitere Infrastrukturprojekte nach sich ziehen. Eine Zunahme der Besucherzahlen und ein Neubau weiterer Hotels und Lodges würde das bisher noch weitgehend intakte Ökosystem des Mara Triangle negativ beeinflussen“, so Rettig. Die Masai Mara habe heute schon zur Zeit der Gnuwanderung ein Problem mit Massentourismus.

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„Denkt an die Tiere und Umwelt“: Kritik an Bauvorhaben in sozialen Medien

Unter Kenianerinnen und Kenianern ist das Projekt ebenfalls umstritten. Während einige auf mehr Einnahmen durch den neuen Flughafen hoffen, sind andere besorgt um die Wildtiere. „Bedenkt doch mal, welche Folgen dieser Flughafen für Tiere und Umwelt haben wird. Gott!“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook. „Bitte nicht, die armen Tiere“, eine andere. Inwiefern durch den Bau des Flughafens möglicherweise wichtige Transitwege für Tiere zugebaut werden, ist noch nicht bekannt, eine Studie der Naturschutzorganisation Vi Agroforestry ergab 2019 aber, dass in der Gegend durchaus Korridore für Tierwanderungen bestehen.

Viele Kritikerinnen und Kritiker hätten einen internationalen Flughafen lieber in der Provinzhauptstadt Narok gesehen – damit Fahrerinnen und Fahrer sowie Guides aus der Region nicht arbeitslos würden. Einige fürchten zudem, dass der Bau vor allem einer Person dienen soll: Präsident Uhuru Kenyatta hat erst kürzlich ein Grundstück am Angama Airstrip erworben.

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