Bill Cosby beteuert Unschuld nach Freilassung – mutmaßliche Opfer sind enttäuscht

US-Schauspieler Bill Cosby kommt nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis vor seinem Haus in Elkins Park an.

Nach der Aufhebung des Urteils wegen sexueller Nötigung und der überraschenden Freilassung hat sich US-Schauspieler Bill Cosby auf Twitter zu Wort gemeldet. „Ich habe weder meine Haltung noch meine Geschichte je geändert. Ich habe immer meine Unschuld beteuert“, hieß es in einem Statement des 83-Jährigen. Die Worte waren auch auf einem Foto zu lesen, das zusammen mit dem Statement gepostet wurde. Das Bild zeigt Bill Cosby mit gereckter Faust und geschlossenen Augen.

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Das höchste Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte Cosbys Verurteilung wegen sexueller Nötigung aufgrund eines Verfahrensfehlers am Mittwoch überraschend gekippt. Wegen des Deals eines früher mit dem Fall befassten Staatsanwalts hätte Cosby in dieser Sache gar nicht erst angeklagt werden dürfen, hieß es in einer knapp 80-seitigen Stellungnahme. Der Prozess dürfe auch nicht noch einmal aufgerollt werden.

Cosby dankte in seinem Statement den Richtern dafür, die Rechtsstaatlichkeit gewahrt zu haben. Auch dankte er all jenen Fans, Unterstützern und Freunden, die in dieser „Tortur“ zu ihm gehalten hätten.

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Mutmaßliche Opfer sind enttäuscht

Cosby galt einst als Superstar und Amerikas Vorzeigevater, dann wurde er zum ersten berühmten Verurteilten der Ära #MeToo, der weltweiten Bewegung gegen sexuelle Belästigung. Mehr als 60 Frauen hatten Cosby sexuelle Übergriffe unterschiedlicher Art vorgeworfen. Der Entertainer hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. 2018 wurde er wegen sexueller Nötigung zu einer Strafe von mindestens drei und höchstens zehn Jahren Haft verurteilt.

Die Frauen, die Cosby sexuelle Übergriffe vorwarfen, sind enttäuscht von der Freilassung. So zitiert die „New York Times“ Andrea Constand, auf deren Vorwürfe die Verurteilung basierte. Sie sei besorgt, dass die Freilassung andere Opfer sexuellen Missbrauchs entmutigen könne, sich zu äußern. „Dadurch kann er behaupten, dass ihm nun Gerechtigkeit widerfahren ist oder er verfolgt wurde oder dass er unschuldig ist, aber ich weiß, dass das nicht stimmt, und die anderen Frauen, die sich gemeldet haben, wissen auch, dass das nicht stimmt“, sagt Patricia Steuer, die Cosby vorwirft sie 1978 und 1980 missbraucht zu haben, gegenüber der Zeitung. „Heute hat das amerikanische Justizsystem die Überlebenden wieder einmal im Stich gelassen“, schreibt die National Organization for Women in einem Statement.

Doch die Anwältin der mutmaßlichen Opfer, Gloria Allred, gibt die Hoffnung gegenüber der „New York Times“ nicht auf: „Trotz der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Pennsylvania war dies ein wichtiger Kampf um Gerechtigkeit, und obwohl das Gericht die Verurteilung aus technischen Gründen aufhob, rechtfertigte dies nicht das Verhalten von Bill Cosby und sollte nicht als Aussage oder Feststellung interpretiert werden, dass er sich nicht engagiert hat in den Taten, deren er angeklagt ist.“

RND/dpa/goe

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