Prozess in den USA

Streit zwischen Johnny Depp und Amber Heard: Polizisten haben keine Verletzungen gesehen

US-Schauspielerin Amber Heard sitzt im Gerichtssaal während einer Anhörung am Fairfax County Circuit Court.

Falls Church. Im Zivilprozess zwischen den Schauspielern Amber Heard und Johnny Depp haben die Geschworenen die Aussagen zweier Polizisten zum Zustand Heards nach einem Streit des Paares gehört. Der Beamte Tyler Hadden sagte in einer am Mittwoch vorgespielten Aussage, er habe keine Anzeichen einer Verletzung bei Heard entdeckt, als er am 21. Mai 2016 in die Wohnung des Paares gekommen sei. Heard habe ein rotgeweintes Gesicht gehabt. Doch das müsse nichts weiter bedeuten. Depp sei zu dem Zeitpunkt nicht mehr in der Wohnung gewesen.

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Eine Kollegin Haddens, die mit ihm zusammen in dem Penthouse gewesen war, hatte sich am Dienstag ähnlich geäußert. Auch ein dritter Polizist, William Gatlin, sagte aus, er habe bei Heard keine Verletzung gesehen. Er habe sich ihr allerdings nur bis auf drei Meter genähert und sei auch nur kurz bei ihr gewesen, weil Heards Anruf bereits der zweite gewesen sei und ähnlich wie der geklungen habe, wegen dem Hadden und seine Kollegin zuvor bei der Schauspielerin gewesen seien. Den Geschworenen wurde auch eine Aufnahme von Gatlins Körperkamera gezeigt, auf der Heard aber nur aus einiger Entfernung zu sehen war.

Beweisvideo im Verleumdungsprozess: Depp randaliert in seiner Küche

Im Verleumdungsprozess um den Schauspieler Johnny Depp und seine Ex-Frau Amber Heard wurde den Geschworenen jetzt ein von Heard gefilmtes Video gezeigt.

Johnny Depp beteuert seine Unschuld

Sechs Tage später hatte Heard vor Gericht ein Kontaktverbot für Depp beantragt und dabei auf einen Striemen in ihrem Gesicht verwiesen, von dem sie sagte, Depp habe ihn ihr am 21. Mai zugefügt. Fotografen hielten die Szene fest und Heards Vorwürfe sorgten zusammen mit den Bildern weltweit für Schlagzeilen.

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Depp hat beteuert, Heard nie geschlagen zu haben und seine Ex-Frau wegen Verleumdung verklagt, weil sie 2018 in einem Gastbeitrag für die „Washington Post“ über Erfahrungen mit häuslicher Gewalt berichtete. Heards Anwälte legten in ihren Fragen an die Polizisten am Mittwoch nahe, dass Heard ihre Verletzung mit Make-up überdeckt habe, weil sie Depp damals noch habe schützen wollen. Außerdem fragten sie die Polizisten, weshalb sie nicht gründlicher wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt ermittelt hätten.

Die Aussagen der Beamten decken sich mit früheren Vernehmungen anderer Zeugen, die gesagt hatten, sie hätten Heard und deren Schwester dabei beobachtet, wie sie in den Tagen nach dem Vorfall vorgebliche Schläge geübt hätten. Freunde Heards sagen dagegen, sie seien dabei gewesen, als Depp seine damalige Frau angegriffen habe. Außerdem sind in dem Prozess auch andere mutmaßliche Angriffe Depps gegen Heard zu Sprache gekommen.

Psychologin: Amber Heard leidet an Persönlichkeitsstörungen

Am Dienstag hatte die Psychologin Shannon Curry als Gutachterin ausgesagt, Heard leide an Persönlichkeitsstörungen - unter anderem Borderline. Diese sei ein Leiden der Instabilität, das „von einer unterschwelligen Furcht vor Verlassenwerden getrieben“ sei. Menschen mit einer solchen Störung „werden verzweifelte Versuche machen, um zu verhindern, dass das passiert“. Es gebe auch Hinweise, dass Frauen mit Borderline gegenüber ihrem Partner gewalttätig werden könnten.

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Als Beleg wurden der Jury Audioaufnahmen vorgespielt, in denen zu hören ist, wie Heard Depp anfleht, sie nicht zu verlassen. Der Schauspieler hatte zuvor den Wunsch nach einer Trennung geäußert.

Dies würde Depps Darstellung stützen, wonach er Opfer häuslicher Gewalt gewesen sei, nicht Heard. Der 58-Jährige hat ausgesagt, dass seine Ex-Frau ihn mehrmals geschlagen und Gegenstände wie Wodka-Flaschen und Farbeimer nach ihm geworden habe.

RND/AP

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