Kommentar

WM in Katar: Nancy Faeser sollte zu Hause bleiben

Zu Besuch in Katar: Bundesinnenministerin Nancy Faeser.

Zu Besuch in Katar: Bundesinnenministerin Nancy Faeser.

Die für den Sport zuständige Bundesministerin des Innern und der DFB-Präsident haben vor drei Wochen alles versucht. Nancy Faeser und Bernd Neuendorf reisten in deutlichem zeitlichen Abstand ins WM-Gastgeberland Katar, um das Politische zu erledigen, damit anschließend der Sport zu seinem Recht kommen könne.

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Zwar wurde der schmale Grat schon damals als Hochseilakt kenntlich. Absturz jederzeit möglich. So fanden die Treffen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino und dem katarischen Premierminister Scheich Khalid bin Khalifa bin Abdulaziz Al-Thani unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Beide Herren scheuten Statements, auf die man sie hätte festlegen können. Ertrag der Reise war, was als selbstverständlich gelten muss: eine „Sicherheitsgarantie“ für deutsche Fans – Schwule und Lesben inklusive. Trotzdem haben Faeser und Neuendorf, deren Integrität nicht in Zweifel steht, die Fahne der Menschenrechte hochgehalten.

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WM in Katar: Das Kartenhaus der Illusionen ist zusammengebrochen

Nach dem abstoßenden Verbot der „One Love“-Binde durch die mafiös wirkende Fifa zeigt sich: Das Kartenhaus der Illusionen ist in sich zusammengebrochen. Daraus sollte zumindest die Ministerin Konsequenzen ziehen. Denn wenngleich das Einlenken des DFB gegenüber dem Weltverband verheerend ist: Dem DFB-Präsidenten kann man noch zugutehalten, dass er zwischen sportlichen und politischen Aspekten abwägen muss. Er entscheidet auch für die Spieler.

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Faeser ist ausschließlich Politikerin. Sie muss diesem perfiden Theater, für das in erster Linie die Fifa Verantwortung trägt, nicht beiwohnen. Und sie sollte ihm durch einen Besuch des ersten Spiels der deutschen Mannschaft nicht ihren Segen geben. Diese WM ist kaputt. Auch die Bundesministerin des Innern wird sie nicht retten.

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