Sanktionen offenbar kein Hindernis

Wie westliche Technik für Putins Waffen nach Russland gelangen

Das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichte Foto zeigt einen russischen Soldaten, der eine Orlan-10-Aufklärungsdrohne für den Start vorbereitet.

Das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichte Foto zeigt einen russischen Soldaten, der eine Orlan-10-Aufklärungsdrohne für den Start vorbereitet.

Hannover. Trotz Russlands Angriffskriegs gegen die Ukraine und längst erlassener Sanktionen wurden russische Waffensystemen offenbar weiter mit IT‑Technik aus dem Westen beliefert. Das berichtet die Nachrichten­agentur Reuters. Demnach seien auch nach Kriegsausbruch Tausende Lieferungen in Russland eingetroffen. Darunter soll sich zu diesem Zeitpunkt bereits versandte Ware befunden haben. Allerdings seien auch neue Lieferungen nach Russland geschickt worden.

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Allein der größte deutsche Halbleiterhersteller Infineon soll bei internen Untersuchungen bis Ende Mai 450 solcher Lieferungen identifiziert haben, die seit Ende Februar nach Russland gegangen sind. Reuters gibt derweil unter Berufung auf vorliegende russische Zolldaten eine Menge von 2500 Lieferungen an.

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Es erweise sich „als schwierig, nachfolgende Verkäufe über die gesamte Lebensdauer eines Produkts zu kontrollieren“, rechtfertigte sich Infineon gegenüber der Nachrichtenwebsite „Heise online“. Lieferungen sowohl nach Russland als auch in die von Russland besetzten Gebiete seien mit Kriegsbeginn eingestellt worden, seit März auch Lieferungen nach Belarus, betont das Unternehmen.

Westliche Bauteile in knapp 30 russischen Waffensystemen gefunden

Westliche Technik in russischen Waffensystemen ist keine Ausnahme. Das geht aus einem Bericht der britischen Militärdenkfabrik Royal United Service Institute (Rusi) hervor. Demnach hätten die Forscher knapp 30 Waffensysteme untersucht und etliche Bauteile westlicher Unternehmen gefunden.

Explosionen auf von Russland annektierter Halbinsel Krim

Die genaue Ursache ist bisher jedoch noch unklar. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti sei Munition detoniert.

So soll etwa das WLAN-Modul der Orlan-10-Aufklärungsdrohne von Texas Instruments, einem der größten US‑amerikanischen Technologieunternehmen, stammen. Aus der Produktion deutscher Anbieter sollen dem Bericht zufolge elf Komponenten kommen.

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„Russlands militärische Macht hängt an einer Silizium-Lebensader, die von den USA über das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Deutschland, die Schweiz und Frankreich, Taiwan, Südkorea und Japan verläuft“, heißt es im Rusi-Bericht.

RND/tdi

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