„Unterschiedliche religiöse Hintergründe“

Vor G7-Treffen in Münster: Historisches Kreuz aus Rathaus entfernt

Das Treffen der G7-Außenministerinnen und -Außenminister im Friedenssaal des Rathaus Münster. Das Ratskreuz, das eigentlich auf der hölzernen Schrankwand im Hintergrund steht, fehlt.

Das Treffen der G7-Außenministerinnen und -Außenminister im Friedenssaal des Rathaus Münster. Das Ratskreuz, das eigentlich auf der hölzernen Schrankwand im Hintergrund steht, fehlt.

Münster. Vor dem Treffen der G7-Minister in Münster ist das historische Ratskreuz aus dem sogenannten Friedensaal des Rathauses entfernt worden. Das Außenministerium habe darum gebeten, das christliche Kunstwerk während der Beratungen zu entfernen, heißt es.

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Das sei Teil einer größeren Umgestaltung des Saals gewesen, die vom Protokoll des Auswärtigen Amts mit der Stadt Münster besprochen worden sei, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Es habe dazu keine Entscheidung auf politischer Ebene gegeben, Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sei mit der Frage nicht befasst gewesen.

Wie die „Westfälischen Nachrichten“ berichten, gehöre das Ratskreuz sonst zum festen Inventar des Saales, in dem sich am Freitag die G7-Außenminister treffen. Und tatsächlich ist zwar die historische Schrankwand aus Holz auf den Aufnahmen des Zusammenkommens zu sehen, nicht aber das Kreuz.

Kreuz ist Teil der Vereidigung

Baerbock und ihre Amtskolleginnen und -kollegen der wirtschaftsstarken Demokratien tagten am Donnerstag und Freitag unter anderem im Friedenssaal des Historischen Rathauses. Das ist ein symbolträchtiger Ort, dort wurde vor mehr als 370 Jahren der Westfälische Frieden geschlossen, mit dem der Dreißigjährige Krieg beendet wurde.

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Dem Bericht zufolge stammt das Holzkreuz aus dem Jahr 1540. Es ist mit einer Figur des gekreuzigten Jesu Christi verziert und traditionell Teil der Vereidigung von Ratsmitgliedern in Münster – sofern diese nicht auf den Zusatz „So wahr mir Gott helfe“ verzichten wollen.

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Ähnlich waren offenbar die Beweggründe für die Entfernung vor dem G7-Treffen. Da Menschen mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen teilnehmen würden, habe das Außenamt um die Entfernung des Kreuzes gebeten, hieß es. Nach Angaben der Stadt Münster sei es das erste Mal, dass darum gebeten worden sei.

Auswärtiges Amt: Veränderungen des Mobiliars üblich

Der Sprecher des Auswärtigen Amts sagte, eine Veränderung des Mobiliars sei bei solchen Treffen üblich. Es gäbe etwa einen anderen Tisch, eine andere Beleuchtung, andere Teppiche. Ein Sprecher der Stadt Münster verwies auf das Auswärtige Amt, das für die Ausstattung zuständig sei. „Wir stellen nur die Räume“, sagte er.

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Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), kritisierte beim Fernsehsender „Welt“, die Bundesregierung sei „traditions- und geschichtsvergessen.“ Wer Symbole des christlichen Glaubens aus einem Sitzungssaal räumen lasse, sei nicht weltoffen, sondern verbohrt.

RND/ag/dpa

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