53 Prozent lehnen Urteil ab

USA: Mehrheit der Amerikaner fordert landesweites Recht auf Abtreibung

09.07.22: Frauen demonstrieren in London in Solidarität mit den Frauenprotesten in den USA.

09.07.22: Frauen demonstrieren in London in Solidarität mit den Frauenprotesten in den USA.

Washington. Eine Mehrheit der Amerikaner wünscht sich vom Kongress ein Gesetz, das landesweit legalen Zugang zu Abtreibungen ermöglicht. Das geht aus einer Umfrage hervor, die von der Nachrichtenagentur AP gemeinsam mit dem Umfrageinstitut Norc organisiert wurde. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, ein Stück weit „traurig“ oder „verärgert“ über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu sein, das grundlegende Recht auf Abtreibung in den USA zu kippen.

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Der Supreme Court hatte am 24. Juni geurteilt, es gebe kein verfassungsmäßiges Recht auf Abtreibung. Er verlieh damit den Einzelstaaten die Autorität, Abtreibungen stark einzuschränken oder zu verbieten. Die Umfrage belegt, dass viele US-Bürger gewisse Einschränkungen von Abtreibungen befürworten, insbesondere nach dem ersten Drittel einer Schwangerschaft. Doch die extremsten Einschränkungen, die in einigen republikanisch regierten Staaten verfügt wurden, stehen der öffentlichen Meinung weitgehend entgegen.

Recht auf Abtreibung gekippt: Tausende demonstrieren in den USA

Der Supreme Court hatte zuvor das Urteil Roe vs. Wade aus dem Jahr 1973 gekippt, in dem das verfassungsmäßige Recht der Frau auf Abtreibung anerkannt wurde.

Der für die US-Bevölkerung repräsentativen Umfrage zufolge, die zwischen dem 14. und 17. Juli unter 1085 Erwachsenen durchgeführt wurde, lehnen 53 Prozent der erwachsenen Amerikaner das Urteil ab, während 30 Prozent es begrüßen. Weitere 16 Prozent erklärten, sie begrüßten es weder noch lehnten sie es ab. 60 Prozent waren der Ansicht, der Kongress solle ein Gesetz verabschieden, das landesweit legalen Zugang zu Abtreibungen ermöglicht.

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Amerikaner begrüßen Abtreibungen bis zur sechsten Schwangerschaftswoche

Das US-Repräsentantenhaus hatte am vergangenen Freitag für ein bundesweites Recht auf Abtreibung in den USA gestimmt - doch der Gesetzesentwurf dürfte im Senat aller Voraussicht nach scheitern.

In der Umfrage waren große Mehrheiten der Befragten auch der Ansicht, ihr Heimatstaat solle Abtreibungen in bestimmten Fällen generell erlauben, etwa wenn die Gesundheit der schwangeren Person in Gefahr sei oder die Schwangerschaft auf eine Vergewaltigung oder Inzest zurückgehe. Nur wenige waren der Ansicht, dass Abtreibungen in jedem Fall legal sein sollten, die meisten Amerikaner unterstützen der Umfrage zufolge eine generelle Erlaubnis zu Abtreibungen bis in die sechste Schwangerschaftswoche hinein in ihrem Staat.

Diese Muster gelten auch in den 23 Staaten, in denen Gesetze, die den Zugang zu Abtreibungen verbieten oder einschränken, bereits in Kraft getreten sind, bald in Kraft treten oder Gegenstand von Gerichtsverfahren sind.

RND/AP

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