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Russlands Albtraum am Donez

Ukraine greift russische Soldaten bei Flussüberquerung an – und zerstört ganzes Bataillon

Den ukrainischen Streitkräften ist im Osten des Landes offenbar ein schwerer Schlag gegen die russische Armee gelungen. Wie US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf Satellitenaufnahmen berichten, habe das ukrainische Militär das Feuer auf russische Soldaten eröffnet, als diese gerade eine Pontonbrücke über den Fluss Siwerskyj Donez errichten wollten. Innerhalb von 24 Stunden seien gleich zwei russische Versuche gestoppt worden, den Fluss in der Region Luhansk zu überqueren. Bei dem Angriff musste Russland offenbar enorme Verluste hinnehmen.

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Neben einer weiteren Pontonbrücke soll auch der Großteil eines russischen Armeebataillons zerstört worden sein. Wie das US-Portal „Forbes“ berichtet, habe das russische Bataillon bis zu 50 Fahrzeuge und tausend Soldaten umfasst. Davon sollen etwa drei Dutzend Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge bei dem Schlag in der Nähe von Bilohoriwka zerstört worden sein. Wie viele Soldaten bei dem Angriff getötet und verwundet wurden, war zunächst unklar. Experten sind aber überzeugt, dass die Einheit nicht mehr einsatzfähig ist.

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„Bilohoriwka hält gerade dem russischen Ansturm stand, unsere Verteidiger haben zweimal Pontonbrücken zerstört“, schrieb der Militärgouverneur des Gebiets, Serhij Hajdaj, am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram. Eine dritte Brücke werde sicher bald zerstört werden. Dazu präsentierte er Drohnenaufnahmen von mehrend Dutzend zerstörten Fahrzeugen und Panzertechnik. Die Bilder kursierten bereits am Vortag.

Satellitenbilder zeigen Zerstörung

Neben „Forbes“ hat auch „CNN“ auf Social-Media-Kanälen geteilte Bilder und Drohnenvideos auf ihre Echtheit überprüft. Ein Satellitenbild des Geodatendienstes Blacksky zeigt dabei eine der zwei Schwimmbrücken, kurz nachdem der ukrainische Artilleriebeschuss das Gebiet getroffen hatte. Am Westufer des Flusses ist eine Rauchwolke zu erkennen, am Ostufer Krater und zerstörte russische Panzer.

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Das Bataillon soll laut US-Medien mithilfe von Aufklärungsdrohnen erspäht und anschließend angegriffen worden sein. Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte sei die Truppe auf dem Weg nach Westen gewesen, um die 20.000-Einwohner-Stadt Liman anzugreifen. Russland hat damit eines von etwa 95 Bataillonen verloren, die derzeit in der Ukraine im Einsatz sein sollen.

Nach Angaben von „Forbes“ setzte die Ukraine bei dem Angriff – der von den Artilleristen der 17. Panzerbrigade aus Krywyj Rih vollzogen wurde – auch schwere Artillerie ein, darunter großkalibrige Haubitzen. Dabei handelt es sich um jene Waffen, um die Kiew Deutschland immer wieder gebeten hatte. Der Bericht zitiert einen Pentagon-Mitarbeiter, wonach der Rückschlag exemplarisch für viele Probleme der russischen Truppen sei. „Wir sehen immer noch, dass die russischen Bodentruppen im Donbass langsam und in ungleicher Geschwindigkeit vorrücken.“

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Die russischen Truppen müssen in der Ukraine immer wieder Flüsse überqueren und setzen dafür mobile Brücken ein. Der mehr als 1000 Kilometer lange Fluss Siwerskyj Donez ist nur einer von vielen Flüssen, die durch die Ukraine fließen und für Russland zum Hindernis werden.

Im Morgenbericht konstatierte der ukrainische Generalstab, dass es dem Gegner dennoch gelungen sei, über den Fluss zu gelangen. Hajdaj gestand ebenso ein: „Die Situation hat sich bedeutend verschlechtert.“ Die Versorgungsroute von den Orten Bachmut nach Lyssytschansk und Sjewjerodonezk ist demnach zusammen mit den russischen Vorstößen vom eroberten Popasna aus weiter akut gefährdet.

Ukrainisches Militär: schwere Gefechte im Osten

Weiter hieß es im Lagebericht des Generalstabs, dass die russischen Truppen ihre Angriffe im Osten des Landes verstärkt und dabei teilweise in der Region Donbass Geländegewinne erzielt hätten. „Der Feind führt seine Angriffsbemühungen in der Operationszone Ost weiter fort mit dem Ziel, die volle Kontrolle über die Gebiete Donezk, Luhansk und Cherson herzustellen und den Landkorridor zur zeitweise besetzten Krim aufrechtzuerhalten“, heißt es.

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Die russischen Attacken im Donbass zielen demnach auf die Städte Sjewjerodonezk, Liman, Bachmut, Awdijiwka und Kurachowe sowie das großteils schon von russischen Kräften besetzte Rubischne. „In Richtung Sjewjerodonezk führt der Feind Angriffe auf Kudrjaschiwka und Sjewjerodonezk und hat dabei teilweise Erfolg“, räumte die ukrainische Militärführung ein.

Am Frontabschnitt vor Slowjansk, einem der wichtigsten Ziele der russischen Offensivbemühungen im Donbass, verstärke Moskau derweil seine Kräfte. Demnach sollen zur Vorbereitung neuer Angriffe rund 300 neue Militärfahrzeuge in dem Raum verlegt worden sein.

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Wenige Veränderungen gibt es dem Lagebericht nach hingegen in Mariupol. Dort würden die im Stahlwerk verschanzten Verteidiger weiterhin von der Luftwaffe bombardiert. Artilleriegefechte werden aus dem Süden der Ukraine gemeldet, sowohl aus dem Gebiet Saporischja als auch Richtung Mykolajiw und Kriwyj Rih.

RND/jst/dpa

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