Erschütternde Bilder aus der Ukraine

Umkämpfte Stadt Charkiw: Ein Vater hält die Hand seines toten Sohnes

 SENSITIVE MATERIAL. THIS IMAGE MAY OFFEND OR DISTURB    A man holds the hand of his 13 year-old son, who was killed by a Russian military strike, as Russia's attack on Ukraine continues, in Kharkiv, Ukraine July 20, 2022.  REUTERS/Sofiia Gatilova

SENSITIVE MATERIAL. THIS IMAGE MAY OFFEND OR DISTURB A man holds the hand of his 13 year-old son, who was killed by a Russian military strike, as Russia's attack on Ukraine continues, in Kharkiv, Ukraine July 20, 2022. REUTERS/Sofiia Gatilova

Ein Mann sitzt auf der Straße, die übersät ist mit Glassplittern. Das Gesicht des etwa 40-Jährigen zeigt keine Gemütsregung, er weint nicht, schreit nicht, er sitzt nur da und hält eine kleine Hand, die unter einer einer orangefarbenen Plastikplane hervorschaut.

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Die Hand, so versichern die Fotografen der Agentur Reuters, gehört seinem 13-jährigen Sohn, der soeben auf dem Busbahnhof der ostukrainischen Stadt Charkiw einem russischen Raketenangriff zum Opfer fiel. Seine Schwester soll schwer verletzt worden sein, Rettungskräfte brachten sie ins Krankenhaus, berichten Medien. Die Wucht der Explosion beschädigte auch umliegende Gebäude, darunter ein Fitnessstudio und eine Moschee.

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Ein lokaler Beamter sprach am Mittwoch von insgesamt drei Todesopfern, die die Attacke kostete. Auf Telegram meldet der Regionalgouverneur von Charkiw, dass bei dem Angriff auf dem im nordöstlichen Stadtteil Saltivka gelegenen Busbahnhof ein weiterer Mann und eine Frau getötet wurden, eine 72-jährige Frau wurde verletzt.

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Gerade weil dieses Bild angesichts des Dramas, das sich hinter dem Geschehen verbirgt, so still, so beinahe andächtig wirkt, hat es eine enorme Wirkung. Es erinnert an das Bild des kleinen Alan Kurdi, der 2015 im Mittelmeer ertrank. Oder an Kim Phúc, das vietnamesische „Napalm-Mädchen“ von 1972.

Bilder, die zu Anklagen wurden

Doch anders als die genannten Beispiele wird das Bild des kleinen Jungen, von dem man lediglich die Hand sieht, vermutlich keine gesellschaftlichen Folgen haben - zumindest in Russland nicht, weil die Medien dort längst gleichgeschaltet und kontrolliert werden.

Eine Polizistin tröstet den Vater eines 13-jährigen Jungen, der bei einem russischen Angriff in Charkiw getötet wurde.

Eine Polizistin tröstet den Vater eines 13-jährigen Jungen, der bei einem russischen Angriff in Charkiw getötet wurde.

Und weil es die staatliche Propaganda geschafft hat, solche Dokumente des Grauens, die es doch irgendwie an der Zensur vorbei in die sozialen Medien schaffen, als westliche oder ukrainische Propaganda zu denunzieren. Oder als Fälschungen.

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Nachdem Charkiw, die zweitgrößte ukrainische Stadt, zu Beginn des Krieges eine Einkreisung durch russische Truppen abwehren konnte, verdichten sich die Anzeichen, dass Moskau plant, die Stadt jetzt in die Zange zu nehmen.

RND/stu

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