Recherche „Schatten-Diplomaten“

Hunderte Honorarkonsuln weltweit in Verbrechen involviert

Zahlreiche Länderflaggen. (Symbolbild)

Zahlreiche Länderflaggen. (Symbolbild)

Berlin. Hunderte sogenannte Schatten-Diplomaten wie zum Beispiel Honorarkonsuln sind einer internationalen Medienrecherche zufolge weltweit an kriminellen oder zumindest problematischen Machenschaften beteiligt gewesen. Angestoßen hat die Recherche dem „Spiegel“ zufolge das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und die US-Rechercheplattform ProPublica.

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An dem Projekt „Shadow Diplomats“ (Schatten-Diplomaten) beteiligten sich demnach fast 60 Medien in 46 Ländern. In Deutschland waren es neben dem Nachrichtenmagazin auch der NDR, der WDR und die „Süddeutsche Zeitung“. Gemeinsam wurden mehr als 500 gegenwärtige oder frühere Honorarkonsuln identifiziert, die in Kriminalfälle, Skandale oder behördliche Ermittlungen verwickelt waren oder sind, darunter verurteilte Drogen- und Waffenhändler sowie Sexualstraftäter, hieß es am Montag in den Berichten dazu.

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Ein ehemaliger Honorarkonsul Italiens in Ägypten soll etwa versucht haben, wertvolle Kunstgegenstände wie Mumienmasken außer Landes zu bringen, und sei dafür - in Abwesenheit - zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Problematisch ist laut dem Bericht vor allem, dass die ehrenamtlichen Diplomaten Privilegien genießen, aber nur unzureichend kontrolliert werden.

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Honorarkonsuln sollen unter anderem Länder unterstützen, die es sich selbst nicht leisten können, hauptberufliche Diplomaten ins Ausland zu senden. Oft üben in westlichen Ländern Menschen mit langer Berufserfahrung zum Beispiel in Wirtschaft oder Politik diese ehrenamtliche Funktion aus. Sie pflegen zum Beispiel Kontakte in das andere Land und beglaubigen Dokumente. Laut der Recherche gibt es aber zahlreiche schwarze Schafe, die die Privilegien etwa bei Reisen gezielt ausnutzen - und die Titel seien zum Teil sogar käuflich.

Der Recherche zufolge verschickte die Bundesregierung seit 2020 fünf sogenannte Verbalnoten, um andere Länder über strafrechtliche Ermittlungen gegen deren Honorarkonsuln zu informieren. Auch Deutschland wird im Ausland von vielen Honorarkonsuln vertreten - oft in kleineren Städten oder Regionen, in denen es keine Botschaften oder Konsulate gibt.

RND/dpa

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