Vaterschaftstest: Paraguays Ex-Diktator Stroessner kann exhumiert werden

Der ehemalige Staatschef von Paraguay, Heeresgeneral Alfredo Stroessner.

Der ehemalige Staatschef von Paraguay, Heeresgeneral Alfredo Stroessner.

Brasília. Ein Gericht in Brasilien hat die Exhumierung des Leichnams des ehemaligen paraguayischen Diktators Alfredo Stroessner in Brasília genehmigt. Wie brasilianische und paraguayische Medien am Dienstag (Ortszeit) berichteten, gab der Richter einem Antrag von Enrique Fleitas statt, der behauptet, ein Sohn Stroessners zu sein.

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Er verlangt einen Vaterschaftstest und möchte an dem Erbe von 20 Millionen Dollar (rund 17 Mio Euro) beteiligt werden. Der verheiratete Stroessner hatte während seines Lebens mehrere Geliebte, mit denen er auch Kinder zeugte.

Seine Tochter Graciela Stroessner (74), die als einzige Erbin des 2006 im Exil in Brasilien Verstorbenen gilt, hat die Exhumierung akzeptiert. Allerdings muss aufgrund der grassierenden Corona-Pandemie auch noch die zuständige Stelle für den Friedhof zustimmen, auf dem Stroessner in der Hauptstadt Brasília begraben ist.

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Stroessner (1912 - 2006), Sohn eines deutschen Einwanderers, war nach seiner Entmachtung in Paraguay 1989 nach Brasilien geflohen.

Während seiner Diktatur von 1954 bis 1989 waren nach Dokumentation der paraguayischen Wahrheitskommission CVJ 425 Menschen verschleppt und ermordet worden. Ihre Leichen wurden nie gefunden. Tausende wurden festgenommen und gefoltert.

RND/dpa

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