Saudischer Luftangriff auf Gefängnis im Jemen führt zu Dutzenden Toten und Hunderten Verletzten

Jemen, Sanaa: Männer inspizieren Schäden an einem Gebäude nach einem Luftangriff (Symbolbild)

Sanaa. Bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien angeführten Koalition auf ein Gefängnis im Norden des Bürgerkriegslandes Jemen sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Bei der Bombardierung in der Stadt Saada habe es mindestens 60 Todesopfer gegeben, erklärte ein Sprecher der dortigen Gesundheitsbehörde am Freitag. 140 Menschen seien verletzt worden, Rettungskräfte suchten nach weiteren Opfern.

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Ärzte ohne Grenzen: mindestens 70 Tote

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) meldete unter Berufung auf Mitarbeiter vor Ort, in ein lokales Krankenhaus seien mindestens 70 Tote und 138 Verletzte eingeliefert worden. Am Ort des Angriffs lägen viele Leichen. „Es scheint ein schrecklicher Akt der Gewalt gewesen zu sein“, erklärte ein MSF-Sprecher. In der Nacht zum Freitag habe es auch Luftangriffe auf andere Gebiete gegeben. Lokalen Medien zufolge kam es deshalb zu einem weitgehenden Ausfall des Internets.

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Saada liegt unweit der Grenze zu Saudi-Arabien und steht unter Kontrolle der Huthi-Rebellen, die große Teile des Jemens beherrschen. Sie hatten 2014 unter anderem die Hauptstadt Sanaa eingenommen.

Konflikt hat sich wieder verschärft

Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in den Rebellen einen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran und bekämpft sie. Die Huthis greifen mit Raketen auch das benachbarte Königreich an. Das von Saudi-Arabien angeführte Bündnis wiederum bombardiert regelmäßig Ziele im Jemen, wobei immer wieder viele Zivilisten ums Leben kommen.

Der Konflikt um das bitterarme Land im Süden der Arabischen Halbinsel hatte sich in den vergangenen Tagen wieder verschärft. Bei einem mutmaßlichen Drohnenangriff der Huthis im Emirat Abu Dhabi wurden vor einigen Tagen mindestens drei Menschen getötet. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind Teil des saudischen Bündnisses. Die Koalition bombardierte daraufhin in dieser Woche die jemenitischen Rebellen. Dabei kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben.

RND/dpa

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