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Deutsche Bahn zeigt riesige Porträts von Holocaust-Überlebenden in acht Bahnhöfen

Der Mannheimer Fotograf wurde von der Unesco zum „Artist of Peace“ berufen.

Der Mannheimer Fotograf wurde von der Unesco zum „Artist of Peace“ berufen.

Berlin. Die bereits weltweit an vielen Orten gezeigte Wanderausstellung „Gegen das Vergessen“ wird ab 22. Juni bis Ende September nacheinander in acht deutschen Hauptbahnhöfen gezeigt.

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Initiator ist der Mannheimer Fotograf Luigi Toscano, der seine überlebensgroßen Porträts von Holocaustüberlebenden seit mehreren Jahren stets auf öffentlichen Plätzen ausstellt. Die Bilder waren schon bei den Vereinten Nationen in New York zu sehen, bei der Unesco in Paris, in Washington, Wien, Kiew oder Berlin.

Die Bahn startet die Wanderausstellung am 22. Juni im Berliner Hauptbahnhof. Die 1,50 Meter mal 2 Meter großen und einprägsamen Gesichter von Holocaustüberlebenden und ihre Geschichten sind dort bis zum 2. Juli zu sehen.

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Es folgen die Hauptbahnhöfe in

  • Wiesbaden (5. Juli bis 14.Juli),
  • München (17. Juli bis 26. Juli),
  • Nürnberg (29. Juli bis 7. August),
  • Karlsruhe (10. August bis 19. August),
  • Köln (22. August bis 31. August),
  • Braunschweig (3. September bis 12. September) und
  • Dresden (15. September bis 24. September).

Die Ausstellung im Berliner Hauptbahnhof wird vom Vorstandschef der DB AG, Richard Lutz, Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) als Schirmherren der Ausstellung und der 99-jährigen Holocaustüberlebenden Margot Friedländer eröffnet.

Bahnchef Richard Lutz.

Bahnchef Richard Lutz.

Lutz sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Der weltweite Anstieg von Antisemitismus und Rassismus ist eine gefährliche Entwicklung, die uns sehr besorgt. Deshalb, und weil wir um unsere historische Verantwortung wissen, unterstützen wir diese bewegende Ausstellung. Wir wollen damit ein eindrückliches Zeichen für eine friedliche und tolerante Gesellschaft ohne Hass und Ausgrenzung setzen.“

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Bahnhöfe, so Lutz, seien Orte der Begegnung. „Hier treffen sich Millionen von Menschen aus allen Nationen, Religionen und Kulturen. Hier können wir uns gemeinsam an die Schicksale der Überlebenden des Holocausts erinnern und mahnen, dass sich die Verbrechen des Nationalsozialismus niemals wiederholen dürfen“, so der Bahn-Chef. Er kündigte an, dass das Erinnerungsprojekt 2022 in zwölf weiteren Bahnhöfen gezeigt werde.

Ein Polizist geht bei der Eröffnung der Ausstellung "Gegen das Vergessen" im Berliner Hauptbahnhof an Bildern vorbei.

Ein Polizist geht bei der Eröffnung der Ausstellung "Gegen das Vergessen" im Berliner Hauptbahnhof an Bildern vorbei.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) betonte, das Erinnern könne nicht nur in Museen, in Gedenkstätten oder im Geschichtsunterricht stattfinden. „Es muss zugänglich sein für alle. Deshalb sind diese Bilder hier am richtigen Platz – nicht nur, weil es Bahnhöfe waren, an denen für Millionen jüdischer Frauen, Männer und Kinder der Weg in den Tod begann, sondern weil sie hier mitten im Leben zu sehen sind, an einem Ort, den Hunderttausende Menschen am Tag passieren.“

Toscano ist „Artist for Peace“

Der 49-jährige Toscano, der im März von der Unesco zum „Artist for Peace“ ernannt worden war, hat inzwischen weltweit mehr als 400 Holocaustüberlebende porträtiert und ausführlich mit ihnen gesprochen.

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Inzwischen wurden Toscanos Porträts bereits vom bekannten Street-Art-Künstler Falk Lehmann (Akut) adaptiert und an Hausfassaden in Mannheim und Schmalkalden verewigt.

Die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit erfordert Mut und ist nicht selbstverständlich.

Luigi Toscano,

Fotograf und Filmemacher aus Mannheim

Der Fotograf und Filmemacher freut sich über die Zusammenarbeit mit der Bahn. „Die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit erfordert Mut und ist nicht selbstverständlich. Sie ist aber unerlässlich.“

Ein niederländischer Holocaustüberlebender versucht gegenwärtig, von der Bundesregierung Entschädigungen für Überlebende oder deren Angehörige für Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn in die Todeslager im Osten zu erstreiten.

Die Bahn AG sieht sich nicht als Rechtsnachfolger der Reichsbahn und lehnt die Zahlung von Entschädigungen ebenso ab wie die Bundesregierung.

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In den Niederlanden hat sich die Regierung zur Zahlung von Entschädigungen bereit erklärt.

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