Nach provokativer AfD-Anzeige in „Frankfurter Rundschau“: Verlagschef zieht Konsequenzen

Die AfD-Fraktion hat in der „Frankfurter Rundschau“ eine Anzeige gegen die Impfpflicht geschaltet und damit für großen Aufruhr und viel Kritik gesorgt. (Symbolbild)

Frankfurt a.M. Eine Anzeige in der Mittwoch-Ausgabe der „Frankfurter Rundschau“ (FR) hat für großen Aufruhr und viel Kritik gesorgt. Die AfD-Bundestagsfraktion schaltete eine ganzseitige Zeitungsanzeige, in der sie sich gegen gegen die beschlossene Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal aussprach. Im Titel der Anzeige hieß es provokativ: „Werden Grundrechte künftig dauerhaft vom Impfstatus abhängig gemacht?“

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Verlag und Redaktion distanzieren sich

Die Anzeige war sowohl mit einem Hinweis des Verlags als auch der Redaktion flankiert worden. In der Anmerkung des Verlags direkt unter der Anzeige hieß es, dieser achte „auf die Wahrung des Grundrechts zu freien Meinungsäußerung, sofern Anzeigeninhalte - auch bei politischen und polarisierenden Äußerungen - nicht gegen geltendes Recht oder die Grundsätze des Verlages verstoßen“. Die Veröffentlichung der Anzeige sei somit Teil der geltenden Meinungsfreiheit.

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Die Redaktion hatte auf der gegenüberliegenden Seite einen kleinen Hinweis platziert, in dem sie sich von der Anzeige distanziert und darauf hinweist, dass Redaktion und Anzeigenabteilung streng getrennt voneinander arbeiten.

Verlagschef zieht Konsequenzen

Der Geschäftsführer der Mediengruppe Frankfurt, Max Rempel, zu der die FR gehört, teilte in der Ausgabe vom Freitag mit, dass die FR künftig keine Anzeigen der AfD mehr abdrucken werde. In einem Hinweis in eigener Sache unterstrich er, die FR stehe für eine klare links-liberale Haltung. Rempel nannte die Veröffentlichung der Anzeige einen Fehler und bat um Entschuldigung. Die Anzeige habe für „große Verärgerung in der Leserschaft und in der Redaktion gesorgt“, schrieb Rempel.

RND/ab/epd

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