Kommentar

Organisierte Kriminalität: Nehmt den Banden endlich das Geld!

Kiloweise Kokain: In der organisierten Kriminalität werden Milliardengewinne gemacht. Die deutschen Behörden müssen dieses Geld effektiver abschöpfen.

Kiloweise Kokain: In der organisierten Kriminalität werden Milliardengewinne gemacht. Die deutschen Behörden müssen dieses Geld effektiver abschöpfen.

Während die Wirtschaft in Deutschland schwächelt, geht es einem Sektor prächtig: der organisierten Kriminalität. Internationale Syndikate, Banden, Rockergruppen und Clans machen Milliardengewinne – und sorgen für Milliardenschäden. Die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen die organisierte Kriminalität stieg 2021 um mehr als 17 Prozent an. Dieser Wert ist einerseits alarmierend, andererseits aber auch ein gutes Zeichen – denn er bedeutet, dass der Ermittlungsdruck steigt. Immer wieder gelingt es dem Bundeskriminalamt, Drogenlieferungen zu beschlagnahmen. Dabei geht es teilweise um atemberaubende Mengen. Für die Schmuggelnden sind das empfindliche Schläge, die für massive finanzielle Einbußen sorgen.

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Doch besonders an anderer Stelle müssen die Ermittelnden noch viel besser werden: Bei der Abschöpfung der Einnahmen aus der organisierten Kriminalität. Die wirklichen Großverdiener dieser illegalen Geschäfte verstecken ihr Geld nicht unter der Matratze. Sie lassen es waschen, stecken es in Immobilien, in legale Geschäfte oder in Luxusautos. Manche Kriminelle prahlen sogar öffentlich, stellen ihre teuren Sportwagen bei Instagram zur Schau. Dem Staat gelingt es bislang nicht ausreichend, dem einen Riegel vorzuschieben. Erst wenn Kriminelle damit rechnen müssen, ihr Geld, ihre Häuser und Autos zu verlieren, sinkt auch ihre Motivation zu kriminellen Taten.

Die organisierte Kriminalität ist längst über Landesgrenzen hinweg vernetzt. Wie skrupellos und gefährlich kriminelle Banden sind, die der Staat nicht mehr unter Kontrolle hat, zeigt sich etwa in den Niederlanden: Dort müssen anklagende Staatsanwältinnen und Staatsanwälte und recherchierende Journalistinnen und Journalisten in Angst leben. Erst im vergangenen Jahr wurde in Amsterdam der Investigativjournalist Peter de Vries erschossen, der sich mit der organisierten Kriminalität befasst hatte. So weit darf es in Deutschland nicht kommen.

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