"Die schlimmste Erfahrung"

Lufthansa-Streik am BER: Frust trotz geringer Zahl an Flugausfällen

Wegen des Warnstreiks bei Lufthansa sind am Mittwoch am Flughafen Berlin Brandenburg alle Flüge nach Frankfurt und München ausgefallen. Das große Chaos bliebt in Berlin jedoch aus. Foto: Paul Zinken/dpa

Wegen des Warnstreiks bei Lufthansa sind am Mittwoch am Flughafen Berlin Brandenburg alle Flüge nach Frankfurt und München ausgefallen. Das große Chaos bliebt in Berlin jedoch aus. Foto: Paul Zinken/dpa

Berlin. Fast wirkt der Mittwoch wie ein normaler Tag am Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Vor den Check-Ins bilden sich Schlangen, Koffer rattern über den Boden. Den Warnstreik bei der Lufthansa bemerkt man zuerst auf den Anzeigen zu den Abflügen. „Gestrichen“ steht rot hinter allen Verbindungen nach Frankfurt und München. Auch wenn der BER im Vergleich zu den Flughäfen in Frankfurt und München weniger schlimm betroffen ist, hinter den ausgefallen Flügen stecken Geschichten von Frust und Erschöpfung.

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Das Bodenpersonal der Lufthansa hat am Mittwoch in ganz Deutschland die Arbeit niedergelegt. Mit dem Warnstreik wollen die Beschäftigten höhere Gehälter durchsetzen. Die Lufthansa hat als Reaktion mehr als 1000 Flüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen. Vom BER fliegt die deutsche Fluggesellschaft nur diese beiden deutschen Städte an.

BER: Alle Flüge nach Frankfurt und München gestrichen

Alle Verbindungen von Berlin nach Frankfurt und München fielen am Mittwoch aus – betroffen waren laut Website des Flughafens elf Flüge nach Frankfurt und sechs nach München. Die Lufthansa-Tochter Eurowings war nach Angaben der Fluggesellschaft nicht betroffen. Der Streik hatte am Mittwochmorgen begonnen und soll bis Donnerstag, 6 Uhr, dauern.

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Für Alexander und Keri Bibighaus aus den USA kam der Flugausfall zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Sie haben drei Jahre lang in Berlin gewohnt und ziehen nun mit ihrem dreijährigen Sohn und zwei Hunden wieder zurück in die Heimat. Am Mittwoch wären sie von Berlin über Frankfurt nach Miami geflogen – doch der Streik kam dazwischen.

Familie aus den USA: „Hatten die schlimmste Erfahrung“

„Wir hatten die schlimmste Erfahrung“, fasst Keri Bibighaus zusammen. Weil ihre zwei großen Hunde nicht in der Kabine sein dürfen, sondern im Gepäckraum mitfliegen müssen, sei die Umbuchung sehr schwierig. Bisher hätten sie die Information erhalten, frühestens am 10. August reisen zu können, erzählt sie.

Streik legt Lufthansa an Drehkreuzen lahm: Rund 1000 Flüge der Lufthansa gestrichen

Das Lufthansa-Bodenpersonal hat am Mittwoch gestreikt, was den Ausfall etlicher Flüge zur Folge hatte.

Das große Problem der Familie Bibighaus: Die Schlüssel zu ihrer Wohnung in Berlin haben sie schon abgegeben, die Koffer sind gepackt. Derzeit schlafen sie auf der Couch von Freunden. Ein Teil des Gepäcks ist schon vorausgeflogen. Eine Bekannte in den USA ist nun extra zum Flughafen Miami gefahren, um die Habseligkeiten der Familie entgegenzunehmen.

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Alexander und Keri Bibighaus sind schon zum dritten Mal am Flughafen Berlin Brandenburg, um eine frühere Alternative zu finden. Am Dienstagabend und am Mittwoch um vier Uhr morgens waren sie bisher erfolglos. „Die Lufthansa kann uns nicht richtig helfen“, sagt Keri Bibighaus. Am Mittwochvormittag stehen sie deshalb noch einmal in der Schlange zum Serviceschalter der Lufthansa. „Wir sind erschöpft und emotionale Wracks“, sagt Alexander Bibighaus.

Nur wenige Menschen am Lufthansa-Infoschalter in Berlin

In der Schlange am Lufthansa-Desk stehen neben Familie Beringhaus nur wenige Menschen. Viele Reisende wurden laut Lufthansa umgebucht oder informiert, nicht zum Flughafen zu kommen. Die Stimmung am BER scheint ruhig.

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Alex d‘Angelo aus Karlsruhe hat die Information über seinen Flugausfall aber zu spät erreicht. Dass sein Flug über München nach Athen gestrichen ist, sah er erst auf den Anzeigetafeln im Flughafen. Stattdessen fliegt er jetzt über Paris und kommt vier Stunden später am Ziel an als geplant. „Ich finde es blöd, dass man den Streik nicht früher ankündigen kann. Es leiden die Passagiere“, sagt er.

Reisende suchen alternative Flüge

Auch Natalia Frankovska und Kristian Kulik aus Polen haben erst am Flughafen von den Ausfällen erfahren. Sie haben Urlaub in Deutschland gemacht und wollen jetzt Freunde in Bilbao besuchen. Ihre Verbindung über Frankfurt wurde gestrichen. „Wir suchen nach neuen Flügen. Es gibt keine Informationen“, beklagt sich Natalia Frankovska.

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„Es ist ein Durcheinander“, ärgert sich auch ein anderer Reisender. Er wäre eigentlich mit seiner Frau von Hamburg aus in den Urlaub nach Kroatien geflogen. Diese Verbindung wurde gestrichen. Doch dank der guten Betreuung durch ihr Reisebüro konnte die Familie aus Schwerin eine Alternative von Berlin aus buchen. „Wir sind froh, dass es überhaupt klappt“, sagen sie.

mit dpa

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