Kurzporträts

Die wichtigsten Spitzen­kandidatinnen und ‑kandidaten im Saarland

Plakate zur Landtagswahl im Saarland

Saarbrücken. An diesem Sonntag wird in Deutschlands kleinstem Bundesland der Landtag gewählt. Die CDU ist dort seit vielen Jahren treibende Kraft. Kann der amtierende Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sein Amt verteidigen? Gegen ihn trizt Anke Rehlinger an - sie gilt als Hoffnungsträgerin der SPD. Doch auch die Linke und die Grünen schicken ihre Kandidaten ins Rennen.

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Im Folgenden lesen Sie die wichtigsten Fakten über die Spitzenkandidaten der Parteien für die Landtagswahl an diesem Sonntag im Saarland im Kurzporträt.

Tobias Hans (CDU) - Ausdauersportler mit Amtsbonus

Wenn er sich erholen will, geht er lange laufen - oder in den eigenen Pferdestall. Er ist leidenschaftlicher Reiter, aber wegen des vollen Kalenders reicht es oft nur für Stallarbeit oder Weidepflege mit dem Traktor. Seit 2009 sitzt Hans im Landtag, seit März 2018 ist er Ministerpräsident. Er war Annegret Kramp-Karrenbauer ins Amt gefolgt, als diese nach Berlin ging.

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Mit 44 Jahren ist Hans unter den männlichen Regierungschefs der jüngste im Amt. Seit er am Ruder ist, hat er Forschung und Zukunftstechnologien zu seinen Schwerpunktthemen gemacht - in den sozialen Medien ist der Vater von drei Kindern sehr aktiv. Nun tritt er erstmals bei der Saarlandwahl als Spitzenkandidat an: Für ihn kommt nur die Fortsetzung der großen Koalition infrage.

Anke Rehlinger (SPD) - Rekordhalterin auf der Zielgeraden

Ihre Kämpfernatur kommt nicht von ungefähr. Noch immer hält sie den Landesrekord im Kugelstoßen (16,03 Meter) und den Jugendrekord im Diskuswurf (49,18 Meter), den sie 1996 als Leichtathletin erzielt hatte. „Beim Sport lernt man: Von nichts kommt nichts.“ Die 45-Jährige gilt bei den Genossen als Hoffnungsträgerin, die der CDU den Posten des Ministerpräsidenten abjagen soll.

Seit Anfang 2014 ist die Rechtsanwältin stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Zuvor war sie Justiz- und Umweltministerin. Bei der Landtagswahl 2017 hatte sie gegen Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) verloren. Rehlinger kam 2004 in den Landtag. Die Mutter eines Sohnes ist auch Bundes-Vize der SPD.

Anke Rehlinger: Sie will neue Ministerpräsidentin des Saarlandes werden

In den Umfragen vor der Landtagswahl liegen Anke Rehlinger und ihre SPD vor Amtsinhaber Tobias Hans und der CDU.

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Barbara Spaniol (Linke) - Brückenbauerin in Streitpartei

Die Bibliothekarin und Lehrerin für Bürotechnik ist seit 2004 Abgeordnete im Landtag. Zunächst saß sie für die Grünen im Parlament, seit 2009 dann für die Linke. In der Fraktion unter Vorsitz von Oskar Lafontaine war es aber im November 2021 wegen eines parteiinternen Streits zum Zerwürfnis gekommen: Spaniol wurde aus der Fraktion ausgeschlossen - und gründete kurz darauf die neue Fraktion „Saar-Linke“, deren Vorsitz sie übernahm.

Hintergrund war ein Zwist zwischen dem Lager um Lafontaine und dem Lager um Landesparteichef Thomas Lutze. Die 58-Jährige, die als Landesvize dem Lutze-Lager zugerechnet wurde, will ihre Partei wieder zu Geschlossenheit führen. Sie versteht sich als Brückenbauerin zwischen den Lagern.

Lisa Becker (Grüne) - Bändigerin einer Chaostruppe

Die 32-jährige Juristin steht für einen Neuanfang der Landespartei. Nach massiven internen Streitigkeiten will sie verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen - und der Partei zu neuem Schwung verhelfen. Als sich die Erste Beigeordnete der Stadt Blieskastel Anfang Januar als Spitzenkandidatin durchsetzte, war sie auf Landesebene noch weitgehend unbekannt. Das hat sich geändert. Die Mutter einer Tochter setzt auf die Themen Klimaschutz und Kommunalfinanzen.

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Sie will die Grünen nach fünf Jahren wieder zurück in den Landtag bringen und sagt, ihre Partei sei regierungsfähig. In ihrer Freizeit geht sie gerne Reiten und Laufen. Zur Bundestagswahl 2021 hatten die Grünen keine gültige Landesliste zustande gebracht.

Angelika Hiesserich-Peter (FDP) - Sprecherin für Fleißige und Mutige

Hießerich-Peter betreibt als selbstständige Unternehmerin seit 20 Jahren ein kleines Hotel in Mettlach - und will „die Stimme“ sein für alle „Fleißigen und Mutigen“ im Land. Sie kenne die Sorgen der kleinen und mittelständischen Betriebe - und mache sich für junge Gründer stark. Die 57-Jährige sieht das Saarland „unter seinen Möglichkeiten regiert“ und sagt, es müsse nach zehn Jahren großer Koalition einen Regierungswechsel geben.

Die FDP sei bereit, in einer neuen Regierung Verantwortung zu übernehmen. Zunächst muss die FDP aber nach zwei Legislaturperioden den Sprung in den Landtag wieder schaffen. Die Steuerfachangestellte und Hotelfachfrau ist seit 2018 stellvertretende Landesvorsitzende.

AFD

Sie hat wegen parteiinterner Streitigkeiten ihre Landesliste zurückgezogen und geht ohne Spitzenkandidaten oder -kandidatin an den Start. Sie kann aber über die Kandidatenlisten der drei Wahlkreise gewählt werden. Auf Platz eins des Wahlkreises Saarlouis steht der Elektroniker Carsten Becker (32). Für den Wahlkreis Neunkirchen tritt der wissenschaftliche Mitarbeiter Christoph Schaufert (52) an. Im Wahlkreis Saarbrücken geht der bisherige Fraktionschef im Landtag, Josef Dörr (83), ins Rennen.

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RND/dpa

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