Außergewöhnliches Kirchenritual

Gebet für den Frieden: Papst bittet Heilige Maria um Beistand

Papst Franziskus hat am Freitag ein Gebet für Frieden in der Ukraine geleitet.

In der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs in der Ukraine hat Papst Franziskus ein außergewöhnliches Kirchenritual vollzogen. Der Pontifex weihte am Freitag Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens. Durch die Zeremonie erbittet der Papst für die Länder einen noch engeren Beistand der Gottesmutter Maria. Auf Einladung des Kirchenoberhaupts taten es ihm gleichzeitig weltweit viele Priester und Bischöfe gleich, in Deutschland etwa Kardinal Rainer Maria Woelki im Kölner Dom.

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Das Ritual geht auf Berichte über Marienerscheinungen in Fatima in Portugal im Juli 1917 zurück - damals soll die Mutter Jesu drei Kindern aufgetragen haben, Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen, damit das Land nicht vom christlichen Glauben abfalle. Im Kalten Krieg wurde das Gebet noch mehrfach wiederholt.

Franziskus sagte in der Predigt vor rund 3500 Gläubigen im Petersdom: „In diesen Tagen erreichen uns zuhause immer neue Nachrichten und Bilder des Todes, während Bomben die Häuser so vieler unserer wehrlosen ukrainischen Brüder und Schwestern zerstören. Anders als Woelki nannte er Russland aber nicht als Aggressor.

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Der Vatikan bemüht sich seit Kriegsausbruch um eine diplomatische Rolle und Hilfe für den Frieden. Um in Moskau und bei der dort einflussreichen russisch-orthodoxen Kirche weiter gehört zu werden, verzichtet der Papst darauf, die Russen als Angreifer zu verurteilen.

„Wir haben die Lehren aus den Tragödien des letzten Jahrhunderts und das Opfer der Millionen in den Weltkriegen Gefallenen vergessen“, betete Franziskus unter einer vor dem Altar aufgestellten Marienstatue.

Wir haben die Menschlichkeit verloren, wir haben den Frieden verspielt. Wir sind zu aller Gewalt und Zerstörung fähig geworden. Wir bedürfen dringend deines mütterlichen Eingreifens.

Papst Franziskus

„Das ist Ausdruck einer Hilflosigkeit“, sagte der Dogmenhistoriker Michael Seewald der dpa. „In dem Moment, in dem man politisch keine Möglichkeit zur Einflussnahme mehr sieht, wendet man sich an das Jenseits.“

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RND/dpa

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