Folge des russischen Angriffskriegs

Grüne fordern europäischen Energieschutzschirm für Verbraucher

Der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss.

Der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss.

Brüssel. Die Europa-Grünen werfen der EU-Kommission vor, die Menschen in der Energiekrise allein zu lassen. Die Brüsseler Behörde sei „auf dem sozialen Auge blind“, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Wir brauchen einen europäischen Schutzschirm, damit die Bürger nicht an den extrem hohen Gas- und Strompreisen verzweifeln.“ Konkret forderte Bloss die Einführung eines „europäischen Energiegeldes, das mit einer Übergewinnsteuer finanziert werden“ soll.

Statt den Menschen zu helfen, gebe die Kommission aber „nur nette Spartipps, die sowieso schon angewendet werden“, kritisierte Bloss. Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch einen Notfallplan für die drohende Gaskrise vorstellen.

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EU-Kommission: „Jeder kann Gas sparen“

In einem Entwurf, der dem RND vorliegt, werden die Haushalte aufgerufen, schon jetzt freiwillig weniger Gas zu verbrauchen, um die Speicher vor dem Winter nicht unnötig zu leeren. „Jeder kann Gas sparen, jetzt“, schreibt die Kommission.

Der Sparappell richtet sich auch an die Industrie. Wenn schon jetzt Gas durch andere Energieformen ersetzt beziehungsweise eingespart werden, dann sei das Energie „die uns über den Winter helfen wird“, heißt es in dem Papier. Ein weiterer Vorschlag: Von Herbst an sollen öffentliche Gebäude, Büros und kommerzielle Gebäude nur bis maximal 19 Grad beheizt werden.

30.06.2022, Russland, Moskau: Wladimir Putin, Präsident von Russland, nimmt an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Joko Widodo, Präsident von Indonesien, nach ihrem Treffen teil. Indonesiens Präsident, der vor seinem Kreml-Besuch in Kiew Selenskyj getroffen hatte, brachte eine Botschaft des ukrainischen Staatschefs an Putin mit. Foto: Alexander Zemlianichenko/Pool AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Dreht Putin den Gashahn wieder auf? Drei mögliche Szenarien

Die Wartung der Pipeline Nord Stream 1 läuft. Ob das Gas in der kommenden Woche wieder fließt, ist keine technische, sondern eine politische Frage. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Putin die deutsche Regierung und die Bevölkerung weiter auf der heißen Herdplatte tanzen lässt.

Sollte es bereits in diesem Monat zu einem Lieferstopp aus Russland kommen, könnten die Gasspeicher in der EU nicht ausreichend befüllt werden, sagt der Kommissionsentwurf voraus. Die Folge: Im kommenden Winter und möglicherweise noch weit in das nächste Jahr hinein werde Gas knapp sein. Käme eine Unterbrechung im Oktober oder später, gäbe es weniger Risiken für die Gasversorgung im Winter. Allerdings bliebe dann auch weniger Zeit, um sich auf einen Engpass vorzubereiten.

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