„Fliegende Intensivstation“ der Luftwaffe

Bundeswehr bringt kriegsverletzte Ukrainer nach Leipzig

Rettungskräfte verlegen eine kriegsverletzte Person vom Bundeswehrflugzeug Medevac in einen Rettungswagen für weitere Behandlungen. Einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge seien am Donnerstag 25 Patienten von Polen nach Leipzig geflogen worden. Bereits vor einigen Wochen gab es ähnliche Evakuierungsflüge für ukrainische Kriegsverletzte.

Leipzig. Die Luftwaffe hat erneut kriegsverletzte Ukrainer aus Polen zur Behandlung nach Deutschland gebracht. Dazu landete das Spezialflugzeug A310 MedEvac am Donnerstag auf dem Flughafen Leipzig. Die Betroffenen wurden von Krankentransportern abgeholt. Details zur Zahl der Patienten und ihren Verletzungen wollte das Bundesamt für Katastrophenschutz noch nicht nennen – eine Sprecherin verwies am frühen Abend darauf, dass die Aktion noch nicht abgeschlossen sei. Einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) zufolge seien 25 Patienten aus der Ukraine evakuiert worden, darunter sechs Kinder. Auch Begleitpersonen seien an Board gewesen.

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Das Flugzeug ist die sogenannte „fliegende Intensivstation“ der Luftwaffe. Es hatte schon in den vergangenen Wochen Kinder und Erwachsene nach Deutschland ausgeflogen, um hier schwerste Verletzungen besser medizinisch versorgen zu können.

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Die gesamte Aktion wurde sorgsam vor Pressevertretern abgeschirmt, berichtete die LVZ am Donnerstagabend. „Es gibt eine Vereinbarung der Behörden, dass kommunikativ nichts herausgegeben wird“, habe ein Sprecher des Landeskommando Ost der Bundeswehr erklärt. Man wolle die verletzten Ukrainer davor schützen, ungewollt in die Öffentlichkeit gezerrt zu werden.

Nicht verraten wurde auch, wo genau der Luftwaffen-Airbus die Verletzten in Polen aufgenommen hat. Man habe Angst vor Anschlägen, sagte eine Sprecherin der Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn.

20.04.2022, Niedersachsen, Langenhagen: Ein A310 MedEvac der deutschen Luftwaffe rollt nach seiner Landung auf dem Hannover Flughafen über das Rollfeld. Das Spezialflugzeug A310 MedEvac soll verletzte ukrainische Zivilpersonen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland bringen. Der A310 MedEvac ist die fliegende Intensivstation der Luftwaffe. Nach der Landung erfolgt die Weiterbehandlung in zivilen Krankenhäusern.

20.04.2022, Niedersachsen, Langenhagen: Ein A310 MedEvac der deutschen Luftwaffe rollt nach seiner Landung auf dem Hannover Flughafen über das Rollfeld. Das Spezialflugzeug A310 MedEvac soll verletzte ukrainische Zivilpersonen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland bringen. Der A310 MedEvac ist die fliegende Intensivstation der Luftwaffe. Nach der Landung erfolgt die Weiterbehandlung in zivilen Krankenhäusern.

Zuletzt hatte die Bundeswehr am 12. und 20. April kriegsverletzte Ukrainer zur Behandlung nach Deutschland geflogen. Die Evakuierungsflüge starteten jeweils in der polnischen Stadt Rzeszow. In der Vergangenheit waren bereits verwundete ukrainische Soldaten nach Deutschland gebracht worden. Außerdem gab es zivile Hilfstransporte. Initiator der Aktion sei das Bundesamt für Bevölkerungs­schutz und Katastrophenhilfe, so die LVZ. Die Behörde agiere in enger Abstimmung mit der Europäischen Union und hat in Polen ein Sichtungsteam im Einsatz, das die Patienten auswählt, die an Bord des A310 Medevac dürfen.

Das Flugzeug kann nach Angaben der Bundeswehr 44 Patienten liegend transportieren. Das maximal 25-köpfige medizinische Personal kann dabei bis zu sechs Patienten intensiv­medizinisch versorgen. Einer der größten Einsätze der fliegenden Intensivstation war demnach der Rücktransport von verletzten Deutschen nach dem verheerenden Tsunami 2004 in Südostasien. Im März 2014 rettete die Maschine der Luftwaffe bereits Verletzte aus Kiew. Der A310 Medevac sollte eigentlich bereits stillgelegt werden, der Betrieb wurde aber wegen des Krieges in der Ukraine verlängert.

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RND/dpa/hyd

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