Schneller zum deutschen Pass

Debatte über leichtere Einbürgerung: Wer gilt eigentlich als Fachkraft?

Medizinisches Personal legt auf einer Intensivstation des RKH-Klinikums Ludwigsburg einem Patienten einen Zugang. In medizinischen Berufen ist der Fachkräftemangel besonders groß.

Medizinisches Personal legt auf einer Intensivstation des RKH-Klinikums Ludwigsburg einem Patienten einen Zugang. In medizinischen Berufen ist der Fachkräftemangel besonders groß.

Die Bundesregierung will es Migrantinnen und Migranten erleichtern, den deutschen Pass zu bekommen. So sollen Menschen in Zukunft schon nach fünf statt wie bisher nach acht Jahren die deutsche Staats­bürger­schaft erhalten können. Außerdem soll es ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild geben, das Fach­kräften den Zugang zur deutschen Staatsbürgerschaft erleichtern soll. Weil die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, fehlt es in vielen Bereichen an Arbeitskräften – schon jetzt und noch mehr in Zukunft. Besonders betroffen sind medizinische und soziale Berufe.

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Aber wer gilt eigentlich als Fachkraft?

Fachkraft ist, wer einen anerkannten Abschluss hat

Als Fachkräfte gelten in Deutschland Menschen, die entweder eine anerkannte Berufsausbildung in Deutsch­land absolviert oder eine vergleichbare Qualifikation im Ausland erworben haben. So definiert die Bundesregierung den Begriff auf einer ihrer Websites. Wer im Ausland studiert hat, gilt als Fachkraft, wenn der Abschluss mit einem deutschen vergleichbar ist.

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Aktuell entfällt für ausländische Fachkräfte die sogenannte Vorrangprüfung, wenn diese einen deutschen Arbeitsvertrag nachweisen können. Bei der Vorrangprüfung prüft die Bundesagentur für Arbeit, ob eine Stelle auch mit einer deutschen Person besetzt werden kann, die auf der Suche nach Arbeit ist.

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Das plant die Regierung

In Zukunft sollen alle Fachkräfte grundsätzlich in Deutschland arbeiten dürfen, wenn es nach der Bundes­regierung geht. Auch Menschen, die noch keinen Arbeitsplatz haben, sollen einwandern dürfen. Für sie will die Regierung ebenfalls die Hürden senken. Sie sollen dann mit einer sogenannten Chancenkarte vor Ort suchen können. Die Regierung plant, dass Menschen, die gute Deutsch­kenntnisse, einen Bezug zu Deutschland und Berufserfahrung haben, bevorzugt eine Karte erhalten.

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Menschen, die keinen anerkannten Abschluss, aber Arbeitserfahrung haben, sollen auch leichter in Deutsch­land arbeiten können. Wer zwei Jahre Erfahrung hat, wird laut den Plänen in „nicht reglementierten Berufen“ arbeiten dürfen. Diese Menschen müssen jedoch irgendeine Berufs­qualifikation oder einen Hoch­schul­­abschluss nachweisen können. Der Abschluss muss aber nicht in dem Bereich gemacht worden sein, in dem die Menschen ihre Erfahrung nachweisen.

Reglementierte Berufe sind besonders stark durch Verwaltungs­vorschriften beschränkt. Dazu gehören viele medizinische Berufe, aber auch Lehrberufe an staatlichen Schulen. Die allermeisten Ausbildungs­berufe sind nicht reglementiert.

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