Rücktritt von Boris Johnson

Britischer Verkehrsminister: Boris Johnson zu stürzen war ein Fehler

Grant Shapps, Verkehrsminister von Großbritannien.

Grant Shapps, Verkehrsminister von Großbritannien.

London. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps hat den Sturz von Premierminister Boris Johnson durch die Konservative Partei als schweren Fehler kritisiert. „Ich erkenne völlig an, dass Boris fehlerhaft ist“, sagte Shapps der Zeitung „Times“ (Samstag). Zugleich betonte er: „Wir alle sind auf unterschiedliche Weise fehlerhaft.“ Man habe schon vorher wissen können, welche Fehler Johnson hat, diese seien wegen einer Biografie bekannt gewesen.

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Der Minister sagte: „Boris war nicht immer ein Detailmensch.“ Johnson habe nicht alle Unterlagen gelesen. „Eine direktere Reaktion auf die Dinge, die schief gelaufen sind, wäre wünschenswert gewesen“, sagte Shapps. Aber man müsse das gesamte Bild beurteilen. „Er hatte diese Naturgewalt, Dinge zu erledigen“, sagte der Minister und verwies auf die Impfkampagne, die „Tausende, vielleicht Millionen von Leben weltweit“ gerettet habe, die Unterstützung für die Ukraine und „das Ausbrechen aus der Brexit-Sackgasse“. „Boris war vielleicht der einzige Mensch mit der Kraft der Persönlichkeit und Kreativität, das zu schaffen“, sagte Shapps.

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Massive Kritik gegen Johnson

Johnson hatte Anfang Juli nach massiver Kritik aus der Partei seinen Rückzug angekündigt. Zuvor hatten Dutzende konservative Abgeordnete aus Protest gegen seinen Führungsstil ihre Regierungsämter abgegeben. In seiner gut dreijährigen Amtszeit musste sich Johnson wegen zahlreicher Skandale rechtfertigen, darunter die „Partygate“-Affäre um illegale Lockdownfeiern im Regierungssitz. Zum Verhängnis wurde ihm schließlich, dass er einen Parteikollegen in ein wichtiges Fraktionsamt gehievt hatte, obwohl er von Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung gegen den Mann wusste.

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Am 5. September wollen die Tories bekanntgeben, wer Johnson an der Spitze von Partei und Regierung nachfolgt. Zur Wahl stehen Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak.

RND/dpa

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