Konkrete Vorwürfe unklar

Bulgariens Ex-Ministerpräsident Boiko Borissow nach 24 Stunden wieder frei

Der frühere bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow.

Sofia. Der frühere bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow ist 24 Stunden nach seiner Festnahme wieder auf freiem Fuß. Er verließ am Freitagabend die Polizeizentrale in der Hauptstadt Sofia, wie Medien berichteten. „Keine Vorwürfe, nichts“, sagte Borissow laut einem Bericht des dem TV-Senders bTV. Anhänger seiner GERB-Partei, die sich vor der Polizeizentrale versammelt hatten, jubelten. Freigelassen wurden auch Ex-Finanzminister Wladislaw Goranow sowie Borissows frühere Medienberaterin Sewdalina Arnaudowa, die ebenso am Vorabend in Haft genommen wurden.

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Am Tag nach Borissows Festnahme brachte die Justiz seine Inhaftierung nicht mehr mit einem Missbrauch von EU-Geldern in Zusammenhang. Die Staatsanwaltschaft von Sofia teilte am Freitag mit, die vorgerichtliche Ermittlung laufe wegen des Verdachts auf Erpressung und schließe die Zuständigkeit der EU-Staatsanwaltschaft aus. Dies steht im Widerspruch zu einer ursprünglichen Information des Innenministeriums, die inzwischen von der Webseite entfernt wurde. Konkrete Vorwürfe gab es nicht.

Konkrete Vorwürfe bleiben unklar

Finanzminister Assen Wassilew führte Borissows Festnahme auf einen Hinweis eines im Exil in Dubai lebenden bulgarischen Glücksspielmagnaten zurück, gegen den in Bulgarien 18 Anklagen erhoben worden sind. Dieser wirft Borissow sowie Ex-Finanzminister Goranow und Borissows Medienberaterin Arnaudowa Erpressung vor.

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Borissow war von 2009 bis 2021 mit kurzer Unterbrechung Bulgariens Regierungschef gewesen. Erst am vergangenen Sonntag wurde der 62-Jährige als Chef seiner bürgerlichen Partei GERB wiedergewählt, die aktuell größte Oppositionskraft ist. Demonstranten warfen Borissow wiederholt korrupte Amtsführung vor.

RND/dpa

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