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Machterhalt auf Kosten der Kinder

„Genug!“: Emotionaler NBA-Trainer Kerr verurteilt Republikaner in viralem Video

Steve Kerr, Trainer des NBA-Teams Golden State Warriors, hat mit einer emotionalen Rede auf das Schulmassaker in Texas reagiert.

Der Trainer der NBA-Mannschaft Golden State Warriors, Steve Kerr, wandte sich kurz vor einer Partie in Texas emotional und frustriert an die Politiker in Washington. Seitdem sein Vater in Beirut 1984 von einem Attentäter erschossen wurde, hat der Trainer eine besondere Beziehung zu Schusswaffen und macht sich für schärfere Waffenregeln in den USA stark.

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Derzeit kämpft seine Mannschaft um den Einzug in die Finalrunde der nordamerikanischen Basketball-Profiliga. Das vierte Spiel der Serie fand in Texas statt, etwa 570 Kilometer von Uvalde entfernt, wo bei einem Attentat 19 Kinder ermordet wurden. In der Pressekonferenz kurz vor dem Spiel fand er deutliche Worte gegenüber der Waffenpolitik in Washington. In den sozialen Medien ging er damit viral.

Basketball-Trainer Kerr appelliert eindringlich für strengeres Waffengesetz

„Wann werden wir endlich etwas tun?“ – diese Frage stellte sich Steve Kerr, Trainer der Golden State Warriors, nach dem schockierenden Amoklauf in Texas.

Den Tränen nahe sagte der 56-Jährige: „Ich bin es so leid, hier zu sitzen und den am Boden zerstörten Familien beste Wünsche zu übermitteln.“ Mit Nachdruck rief er „Genug!“ und schlug auf den Tisch. „Ich bin die Schweigeminuten so leid“.

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Deutliche Worte fand er gegen die Waffenlobby und die Republikaner in Washington: „Es gibt derzeit 50 Senatoren, die sich einer Abstimmung über H.R.8 verweigern. Das ist eine Regelung zu Überprüfungen beim Waffenkauf, die das Repräsentantenhaus längst verabschiedet hat. Es gibt einen Grund, warum sie nicht abstimmen: Um an der Macht zu bleiben“. H.R.8 bezeichnet ein Gesetz, dass Hintergrundchecks bei privaten Waffenkäufen etablieren soll.

Machterhalt auf Kosten der Bürger

An den Minderheitsführer der Republikaner gewandt und an all diese Senatoren, die sich weigern würden, etwas gegen all diese Gewalt an den US-amerikanischen Schulen zu unternehmen, fragte er: „Wollen Sie ihre eigene Machtgier über das Leben unserer Kinder, unserer Älteren und unserer Kirchenbesucher stellen? Denn danach sieht es aus“.

Das Video des Trainers verbreitete sich sehr schnell online. Und auch im US-Senat wurden nach dem Amoklauf Stimmen gegen die ewige Waffendebatte laut. Kommt nun etwas Bewegung in diese Debatte?

US-Senator bettelt um Kompromiss in Waffendebatte

Auch US-Senator Chris Murphy mahnte und bat, ja bettelte seine Kollegen im US-Kongress geradezu an. Sie mögen doch endlich ein Gesetzespaket verabschieden, das etwas gegen die Waffengewalt im Land ausrichte, flehte der Demokrat aus dem Staat Connecticut inständig unter dem Eindruck des Amoklaufs an einer Grundschule im texanischen Uvalde. Es war das schlimmste Schusswaffenmassaker an einer solchen Schule in Amerika, seit ein 20-Jähriger Ende 2012 an der Sandy Hook Elementary School in Newtown in Connecticut mit einem Sturmgewehr seiner Mutter die Leben von 20 Kindern und sechs Lehrkräften auslöschte.

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Murphy vertrat damals als Kongressabgeordneter im Repräsentantenhaus in Washington jenen Wahlkreis, zu dem Newtown gehörte. Die Erfahrung verlieh seinem Appell im Senatsplenum am Dienstag (Ortszeit) umso mehr Gewicht.

Bisher keine Erfolge bei Eindämmung von Waffengewalt

Die Senatsmitglieder müssten nun endlich schaffen, was damals nach dem Amoklauf von Newtown misslungen sei, verlangte Murphy. Nach Sandy Hook rangen sich Demokraten und Republikaner in der Kammer zu einer Kompromisslösung für ein verschärftes Waffenrecht durch, die jedoch in den Kongressmühlen versandete. Seitdem hat es keinen nennenswerten parlamentarischen Vorstoß zur Eindämmung der Waffengewalt gegeben.

„Was machen wir hier?“, fragte Murphy seine Kollegen. „Ich bin hier im Plenum, um zu betteln - buchstäblich auf meine Hände und Knie zu gehen - und meine Kollegen anzuflehen. Findet hier einen Pfad nach vorne. Arbeitet mit uns zusammen, um einen Weg zu finden, der dies weniger wahrscheinlich macht“, rief er mit Blick auf den Amoklauf von Uvalde. „Ich begreife einfach nicht, warum die Leute hier denken, dass wir machtlos sind“, sagte Murphy später vor Reportern. „Wir sind es nicht.“

RND/vkoe/AP

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