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13 Schwerverletzte

Bürgermeister Dreier zum Unwetter in Paderborn: „Es ist ein Bild des Grauens“

Wie Streichhölzer seien die Bäume umgeknickt, sagt Bürgermeister Michael Dreier. In einer ersten Pressekonferenz gibt er Auskunft über die Auswirkungen des Unwetters.

Düsseldorf. Das Unwetter mit Tornado am Freitagabend hat in Paderborn schwere Schäden angerichtet. Insgesamt habe es 43 Verletzte gegeben, darunter 13 Schwerverletzte, sagte am Samstag Bürgermeister Michael Dreier (CDU) bei einer Pressekonferenz.

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Über 400 Einsatzkräfte seien unterwegs gewesen. Dabei habe sich auch ein Beamter verletzt, als er bei der Aufnahme eines Verkehrsunfalls von einer Windböe mitgerissen wurde. Der leitende Polizeidirektor von Paderborn, Ulrich Ettler wies in einer Pressekonferenz auf eine weitere Gefährdung hin: „Die Gefahrenlage ist noch nicht vorbei.“ Darüber, wie viele Einsatzkräfte schlussendlich ausgerückt seien, drohte man in der Extremsituation den Überblick zu verlieren, sagte er. „Wir konnten das fast nicht zählen. Es gab ununterbrochen Anrufe.“

Krisenstab nimmt Arbeit auf

Heute Morgen wurden bereits ein Krisenstab und eine Hotline für Betroffene eingerichtet. „Es ist ein Bild des Grauens.“ sagte Bürgermeister Dreier. „Im Riemeke-Park sind sprichwörtlich die Bäume umgeknickt wie Streichhölzer. Es sind unzählige Dächer komplett mit den Pfannen entdacht worden. Es sind viele Scheiben eingeschlagen worden durch den Wind.“

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Im Herzen der Stadt, wo der neue zentrale Busbahnhof entstehe, seien Ampeln wie Streichhölzer umgeknickt worden. Auf einen Bus seien Bäume gestürzt, dabei sei glücklicherweise kein Mensch schwer verletzt worden. Der Tornado habe rund um das Quellgebiet der Pader unzählige Dächer und Scheiben zerstört, Wohnungen unbewohnbar gemacht.

Viele hätten ihr Zuhause verloren: „Wir haben eine hohe Anzahl von Menschen, die in Hotels wohnen.“ Wo diese in Zukunft unterkommen, soll eines der zentralen Themen des neu gegründeten Krisenstabs sein.

Außerdem werden Tornado Hilfsangebote und -gesuche über ihre bestehende Hotline koordiniert. Beides werde bevorzugt telefonisch über die Telefonnummer 05251 880 entgegengenommen, teilte die Stadt am Samstag mit. Dabei könne es sich um ehrenamtliche Hilfseinsätze von privat zu privat handeln. Aber auch Firmen und Handwerker, die ihre Hilfe anbieten möchten, könnten sich bei der bestehenden Info-Hotline melden. Die Stadt Paderborn bittet um Verständnis, dass wegen des enormen Anrufaufkommens nicht direkt jeder Anruf durchgestellt werden könne und es zu Wartezeiten komme.

Polizeidirektor kritisiert Schaulustige

Außerdem weist der Polizeidirektor auf die enorme Solidarität in der Bevölkerung hin: „Die Bereitschaft zu helfen war immens.“ Andererseits hätten einige Schaulustige die Rettungsarbeiten behindert. „Es gab leider auch einige Bürger, die so dreist waren, Absperrbänder zu missachten und die Arbeit der Rettungskräfte zu behindern.“ Es sei immer wieder vorgekommen, dass einzelne die Absperrungen durchbrechen wollten. Die Aufräumarbeiten würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen: „Ich kann nur nochmal appellieren: Halten Sie sich an die Absperrungen, halten Sie Rettungswege frei. Schaulustige haben in der Innenstadt nichts zu suchen“, sagte Ettler.

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Besuch der Ministerpräsident Hendrik Wüst und Innenminister Herbert Reul am Samstagnachmittag

Ministerpräsident Hendrik Wüst und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) wollen sich nach Angaben der Stadt persönlich ein Bild von den Zerstörungen machen. Beide Politiker hätten einen Besuch am Samstagnachmittag angekündigt, sagte Bürgermeister Michael Dreier (CDU) in einer Pressekonferenz.

30 bis 40 Menschen verletzt in Paderborn

Am Freitag hatten Gewitter, Starkregen und Orkanböen in Teilen Deutschlands schwere Schäden verursacht. Betroffen war zunächst vor allem Nordrhein-Westfalen: Heftiger Regen und Orkanwinde sorgten besonders in Lippstadt und Paderborn für Chaos. Der Deutsche Wetterdienst bestätigte am Samstag Verdachts­meldungen von drei Tornados im Landesgebiet.

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Tausende Einsatzkräfte sind nach Angaben von Innenminister Herbert Reul (CDU) bei dem schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen vor Ort gewesen. „Mehr als 7500 Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen haben in den vergangenen 48 Stunden landesweit einmal mehr alles gegeben, um noch Schlimmeres zu verhindern“, sagte Reul am Samstag. Für ihren beherzten Einsatz sei er den Kräften außerordentlich dankbar. „Das Ausmaß der Zerstörung, das die Tornados in Lippstadt und Paderborn hinterlassen haben, macht mich traurig“, fügte er hinzu.

RND/lka mit dpa

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