Angreifer stand auf Gefährderliste

Ermittler gehen nach tödlicher Messerattacke auf Polizisten in Brüssel von Terrorakt aus

Der Tatort, an dem die wohl terroristische Tat verübt wurde.

Der Tatort, an dem die wohl terroristische Tat verübt wurde.

Brüssel. Bei einem Messerangriff in Brüssel sind am Donnerstag ein Polizist getötet und ein weiterer verletzt worden. Wie die belgische Bundes­staats­anwalt­schaft am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz bestätigte, hatte der Angreifer bei seiner Tat „Allahu Akbar“ (zu Deutsch: „Gott ist groß“) gerufen. „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine terroristische Tat handelt“, sagte Sprecher Eric Van Der Sypt.

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Die beiden angegriffenen Polizisten hätten bei einer Streifenfahrt um 19.15 Uhr an einer roten Ampel gestanden, als der Angreifer mit einem Messer zuerst auf den Fahrer losgegangen sei und anschließend auf den Beifahrer, erklärte der Behörden­sprecher. Der fahrende Polizist (29) sei am Hals und am rechten Arm verletzt worden und seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Sein 23-jähriger Kollege wurde ebenfalls in eine Klinik gebracht, Lebensgefahr bestehe aber nicht.

Täter wurde durch Schüsse verletzt

Der Angreifer soll geflohen sein, sei aber von einer anderen Streife abgefangen worden, nachdem die beiden attackierten Polizisten Hilfe angefordert hatten. Der Täter wurde durch Schüsse verletzt. Zu seinem Gesundheits­zustand hieß es am Freitag lediglich, er liege nicht vernehmungs­fähig im Krankenhaus.

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Bei dem Angreifer handelt es sich um den 1990 in Belgien geborenen Yasin N. Laut Staats­anwaltschaft war er der Justiz wegen mehrerer Delikte bereits bekannt. Er saß von 2013 bis 2019 wegen Verstößen gegen allgemeine Gesetze im Gefängnis. Zudem stand er auf einer Behördenliste Terror­­verdächtiger. Der vorbestrafte Mann sei in einem Verzeichnis potenzieller Terroristen aufgeführt, sagte Sprecher Van Der Sypt.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes mit terroristischem Hintergrund aufgenommen. Sobald sich der Zustand des Verdächtigen bessert, soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.

Polizisten stehen am Donnerstagabend am Tatort in Brüssel.

Polizisten stehen am Donnerstagabend am Tatort in Brüssel.

Angreifer war noch am selben Tag in der Psychiatrie

In der Nacht zu Freitag bestätigte die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Tat bereits, dass eine Person am Donnerstag­morgen auf einer Polizeiwache erklärt habe, einen Anschlag auf die Polizei verüben zu wollen. Sarah Durant, Sprecherin der Staats­anwaltschaft, teilte am Freitag mit, dass es sich dabei um den mutmaßlichen Täter handelte.

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Er sei in eine Psychiatrie begleitet und dort dem Personal übergeben worden. Als die Beamten später erneut Kontakt zu der Einrichtung aufgenommen hätten, habe sich herausgestellt, dass er das Krankenhaus wieder verlassen hatte.

„Allahu Akbar“ eine Art Schlachtruf

Dschihadisten und Salafisten benutzen den arabischen Ausdruck „Allahu Akbar“ oft als eine Art Schlachtruf. Eigentlich handelt es sich aber um eine zentrale religiöse Formel des Islams, die seit Jahrhunderten von Muslimen weltweit benutzt wird.

Bestürzung nach tödlichem Messerangriff

Belgiens Innenministerin Annelies Verlinden schrieb auf Twitter, sie stehe in engem Kontakt mit der Polizei und dem Bürgermeister Philippe Close. Dieser bezeichnete den Vorfall als unerträgliche Tragödie. Die Präsidentin des EU-Parlaments, Roberta Metsola, schrieb, sie sei schockiert über den Mord an einem Polizisten im Dienst.

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Belgiens Premier Alexander De Croo zeigte sich ebenfalls bestürzt. „Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des verstorbenen Beamten“, schrieb er am Donnerstag­abend auf Twitter.

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Er hoffe, dem anderen Beamten, der ins Krankenhaus gebracht worden war, gehe es gut.

RND/nis mit dpa und AP

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