Rettungsdienst lässt Familienvater zu Hause – obwohl er schwer an Corona erkrankt ist

In Brandenburg wurde der Rettungsdienst zweimal zu einem Corona-Erkrankten gerufen (Symbolbild).

In Brandenburg wurde der Rettungsdienst zweimal zu einem Corona-Erkrankten gerufen (Symbolbild).

Schönefeld. In Brandenburg hat die Corona-Erkrankung eines 45-Jährigen dessen Familie große Sorgen bereitet. Wie die „Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ)“ berichtete, fühle sich die Ehefrau des Familienvaters im Stich gelassen – vor allem von den zu Hilfe gerufenen Rettungskräften.

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Die ersten Symptome einer Corona-Erkrankung seien bei dem 45-Jährigen etwa zwei Wochen vor Ostern aufgetreten. „Erst hatte er Kopfschmerzen, dann Fieber und Probleme beim Atmen“, erzählt Sanja R. der „MAZ“. Daraufhin habe sich der Zustand ihres Mannes jedoch so stark verschlechtert, dass nicht mal mehr der Gang zum Arzt möglich war. Also habe die 39-Jährige den Notruf gewählt.

Rettungskräfte verweisen Erkrankten an Testzentrum

Doch statt den Mann, wie die Familienmutter erwartet hatte, mit ins Krankenhaus zu nehmen, verschrieben sie ihm lediglich Ruhe und die Einnahme von Paracetamol. Einen Corona-Test hätten die Rettungskräfte nicht durchgeführt, berichtete die Frau der „MAZ“. Auch als die 39-Jährige zwei Tage später erneut den Rettungsdienst kontaktierte, da sich die Symptome ihres Mannes nicht verbessert hatten, seien die Rettungskräfte vor Ort zu demselben Ergebnis gekommen.

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Das Aufsuchen eines Testzentrums habe sich für die Familie allerdings als schwierig herausgestellt: „Wir haben kein Auto, und im Bus wäre die Ansteckungsgefahr für andere einfach zu groß gewesen. Außerdem konnte sich mein Mann kaum auf den Beinen halten“, erklärte Sanja R. Eine Angehörige habe den Mann schließlich dorthin gebracht, wo ein positives Testergebnis die Corona-Infektion bestätigte.

Erst ein durch die Hausärztin verschriebenes Antibiotikum habe die Beschwerden des 45-Jährigen lindern können. Mittlerweile sei er auf dem Weg der Genesung und die Quarantäne beendet.

Rettungskräfte handelten richtig

Obwohl die Familienmutter das Verhalten der Rettungskräfte nicht nachvollziehen könne, habe es sich dabei um die übliche Vorgehensweise gehandelt, bestätigte die Organisation des Rettungsdienstes vor Ort gegenüber der „MAZ“. „Die (...) tätigen Mitarbeitenden vom Rettungsdienst haben die Untersuchung am Patienten vorgenommen und festgestellt, dass eine stationäre Aufnahme des Patienten nicht notwendig ist“, betonte Janet Grund von der Pressestelle gegenüber der „MAZ“.

„Es ist nicht die originäre Aufgabe des Rettungsdienstes, Patienten zu testen.“ In diesem Fall sei es korrekt gewesen, den Patienten auf das nächstgelegene Testzentrum hinzuweisen.

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RND/al

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