Nach vermeintlicher Tötung eines Babys in Potsdam: Angeklagte wird freigesprochen

Die Angeklagte steht vor Beginn der Urteilsverkündung im Landgericht Potsdam neben ihrem Anwalt.

Die Angeklagte steht vor Beginn der Urteilsverkündung im Landgericht Potsdam neben ihrem Anwalt.

Potsdam. Im Prozess um die Tötung eines Babys vor mehr als 20 Jahren ist eine 61-Jährige freigesprochen worden. „Wir haben hier eine Aussage-Aussage-Konstellation“, sagte der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter am Mittwoch im Landgericht Potsdam. Die 61-jährige Potsdamerin war angeklagt, ihr lebensfähiges Kind geboren und dann „durch Stiche mit einem spitzen Gegenstand in den Brustkorb“ getötet zu haben.

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Als Motiv sah die Staatsanwaltschaft, dass sie ihre Ehe nicht habe gefährden wollen. Wie die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ) berichtet, sah die Staatsanwaltschaft die Schuld der Frau nach einem aufwendigen Indizienprozess als erwiesen an und hatte daraufhin eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren gefordert. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

Ex-Mann machte Geschichte öffentlich

Ins Rollen gekommen sind die Ermittlung demnach, nachdem ihr 67-jähriger Ex-Mann 2017 die Geschichte der Tötung einem Nachbarn erzählt hatte, der sich daraufhin an die Polizei wandte. Die Angeklagte hatte ausgesagt, das Baby in der Badewanne geboren zu haben. Sie sei dann ohnmächtig geworden und habe das Neugeborene anschließend tot aus dem Wasser geholt.

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Ihr Ex-Mann hatte gesagt, er habe Stiche im Körper des Kindes gesehen, als er es in einer Tüte in der Wohnung entdeckte. Er habe es dann im Hausmüll entsorgt.

Leiche wurde nie gefunden

Die Ermittler hatten das tote Baby nie gefunden. Man habe keinen Leichnam eines Kindes, an dem man Spuren von gewaltsamer Einwirkung hätte feststellen können, so Horstkötter; und auch keinen weiteren unmittelbaren Zeugen. Er sagte: „Im Zweifel für den, in diesem Fall, die Angeklagte“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

RND/dpa

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