Leipzig diskutiert über seinen Zoo: War der Gründer ein Rassist?

111 Jahre nach Ernst Pinkerts Tod wird Leipzigs Zoogründer demnächst Thema im Stadtrat. Der Vorwurf lautet: Rassismus.

111 Jahre nach Ernst Pinkerts Tod wird Leipzigs Zoogründer demnächst Thema im Stadtrat. Der Vorwurf lautet: Rassismus.

War Ernst Pinkert, der Gründer des Zoos in Leipzig, ein Rassist? Diese Frage überschattet derzeit die beliebte Einrichtung in der sächsischen Stadt. Wie die “Leipziger Volkszeitung” (LVZ) berichtet, soll im Leipziger Stadtrat eine Einwohnerfrage eingegangen sein, die Pinkets einstige “Völkerschauen” beanstandet.

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Darin heißt es: “Schwarze Menschen sind auf eine Wiese gestellt worden, mussten im Zoo Bilder nachstellen, durften von weißen Menschen begafft werden, sind exotisiert und als Fremde markiert worden”, wie eine Leipzigerin in ihrer Anfrage schreibt. Ihr Fazit: “Schwarze Menschen in Zoos auszustellen ist eine rassistische und koloniale Praxis.”

Der Stadtrat wird sich nun mit der Anfrage befassen, in der es weiter heißt: “Dass die Stadt 2009 eine Straße und 2010 eine Grundschule nach Ernst Pinkert benennt, nach jemandem, der rassistischer und kolonialer Täter ist – ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer von Rassismus. Täter werden verehrt, Opfer verhöhnt.”

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Wie die LVZ weiter berichtet, hat sich Zoochef Jörg Junhold am Freitag “von jeder Form von Extremismus und Fremdenfeindlichkeit” distanziert. Die Völkerschauen stellten lediglich einen kleinen Teil des Schaffens Ernst Pinkerts dar.

Es stehe außer Frage, dass “Völkerschauen” aus heutiger Sicht strikt abzulehnen seien und nicht im Einklang mit der Menschenwürde stünden.

RND/LVZ/liz

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