Hamburgs Innengastronomie darf öffnen – Alkoholverbot in der Schanze

Hamburg lockert seine Corona-Regeln weiter, will ausufernden Feiern aber einen Riegel vorschieben (Archivbild).

Hamburg lockert seine Corona-Regeln weiter, will ausufernden Feiern aber einen Riegel vorschieben (Archivbild).

Hamburg. Hamburg lockert seine Corona-Regeln weiter, will ausufernden Feiern aber einen Riegel vorschieben. Ab dem Wochenende darf in der Hansestadt die Innengastronomie öffnen. Das hat Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag angesichts niedriger Corona-Zahlen angekündigt. Restaurantbesucher und Personal brauchen einen negativen Test. Maximal fünf Gäste dürfen an einem Tisch sitzen. Ab 23.00 Uhr soll eine Sperrstunde gelten, der Außenbereich kann aber länger geöffnet bleiben. Außengastronomie ist in Hamburg bereits seit Pfingstsamstag möglich.

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Nach den massenhaften Verletzungen der Corona-Regeln am vergangenen Wochenende führt der Hamburger Senat zugleich ein Alkoholverbot im beliebten Schanzenviertel und Teilen von St. Pauli ein. Das gab der Senat am Dienstag ebenfalls bekannt. Von Freitag bis Sonntag werde der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol ab 20.00 Uhr verboten. Nur der Ausschank für Gäste mit festen Sitzplätzen in der Gastronomie bleibe bis 23.00 Uhr erlaubt. In der Zeit von 20.00 bis 6.00 Uhr dürften die Menschen im Schanzenviertel und in Teilen von St. Pauli keinen Alkohol dabei haben.

Am vergangenen Wochenende war das Schulterblatt im Schanzenviertel zweimal geräumt wurden, weil sich dort Tausende Menschen versammelt hatten, alkoholisiert und aggressiv waren und Polizisten mit Flaschen beworfen hätten. Es wurden laut Senat 700 Bußgeldverfahren eingeleitet, 25 Betriebe wurden geschlossen. „Das war eine rücksichtslose Massenparty mit Potenzial für ein mögliches Corona-Superspreaderevent (...) Auf dem Ballermann geht es zurzeit gesitteter zu als auf dem Schulterblatt“, hatte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) am Sonntag erklärt.

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Das Schanzenviertel sei schon im vergangenen Jahr ein Hotspot gewesen, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Dienstag. Anders als damals habe sich die Problemlage jetzt aber nicht langsam aufgebaut. „Schlagartig haben wir hier ein massives Problem am Wochenende. Insofern sind wir zum Handeln gezwungen“, sagte Grote. Das Alkoholmitführverbot sei wichtig, damit die Polizei rechtzeitig einschreiten könne. Der Senator geht davon aus, dass die Beamten aber nicht die Befugnis haben werden, Personen zu durchsuchen.

Privater Wohnraum darf weiter nicht an Touristen vermietet werden

Bereits am Dienstag hatte sich Hamburg wieder für Touristen geöffnet. Nach siebenmonatiger Zwangspause wegen Corona dürfen sie nun wieder in Hamburg übernachten. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen privat reisende Gäste wieder empfangen. Voraussetzung sind die Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen und die Vorlage eines negativen Corona-Tests. Die Betriebe dürfen nur 60 Prozent ihrer Kapazität nutzen. Verboten ist weiterhin, privaten Wohnraum an Touristen zu vermieten.

Die Öffnung der Innengastronomie werde entsprechend auch für gastronomische Angebote im Kulturbereich und etwa für Barkassen auf den seit Dienstag wieder möglichen Hafenrundfahrten gelten, sagte Tschentscher. Die Sperrstunde von 23.00 Uhr begründete der Bürgermeister auch mit der fehlenden Kontrollmöglichkeit. „Wir können nicht durch Vorhänge und Wände sehen“, sagte er. Das abendliche Essengehen dürfe nicht als „nächtliches, alkoholgetriebenes Feiern“ weitergehen.

„Wir wissen, dass wir nach wie vor hoch infektiöse Virusvarianten haben“

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg stieg am Dienstag wieder. Es kamen 108 neu nachgewiesene Fälle hinzu, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das waren 87 mehr als am Montag und 69 mehr als am Dienstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, stieg zwar von 21,5 auf 25,2, lag aber noch deutlich unter dem Wert von 37,3, der am Dienstag vergangener Woche angegeben worden war.

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Das Infektionsgeschehen sei stark abgebremst worden, erklärte Tschentscher. In dieser Phase dürften aber nicht alle Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen werden. „Wir wissen, dass wir nach wie vor hoch infektiöse Virusvarianten haben“, warnte der frühere Labormediziner.

Mehr als 750.000 Hamburger sind mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden, mehr als 313.000 bereits zweimal. Seit dem 1. Dezember meldete das Robert Koch-Institut rund 55.600 Genesene für Hamburg. Diese Menschen gelten ebenfalls als immunisiert.

Das Interesse an der Schutzimpfung ist ungebrochen. Alle 30.000 zusätzlichen Termine im Impfzentrum, die am Montag freigegeben wurden, seien bereits vergeben, hieß es. Wegen der geplanten 172.000 Zweitimpfungen bis Ende Juni gebe es keinen Spielraum für weitere Erstimpfungen. Sollte mehr Impfstoff kommen, werde die Gesundheitsbehörde öffentlich über Buchungsmöglichkeiten informieren.

RND/dpa

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