Zwölf Stunden gefangen: Fahrdienst vergisst Rollstuhlfahrer über Nacht in Auto

Ein Einsatzwagen der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht (Symbolfoto).

Brandenburg an der Havel. Ein körperlich und geistig behinderter Mann aus Brandenburg an der Havel hat eine Nacht in einem Auto eines Fahrdienstes verbracht. Dort hatte ihn der Fahrer des Transporters am Mittwochabend vergessen und aus Versehen zurückgelassen, berichtet die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ).

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Die Verantwortlichen der Lebenshilfe-Wohnstätte hatten dem Bericht zufolge am Mittwochabend eine Vermisstenanzeige aufgegeben, weil der 44-Jährige nach seiner Schicht in den Lebenshilfe-Werkstätten nicht wieder dort angekommen war. Die Polizei suchte daraufhin stundenlang nach dem Mann, unter anderem mit einem Hubschrauber und Fährtenhunden, wie ein Polizeisprecher der Zeitung bestätigte. Allerdings ohne Erfolg. Erst der Chef des Fahrdienstes entdeckte den Rollstuhlfahrer am Donnerstagmorgen in dem Transporter – nach mehr als zwölf Stunden.

„Das ganze Geschehen ist unentschuldbar“

Der Heimbewohner sei der letzte Fahrgast im Auto gewesen, der am Mittwochabend noch von der Lebenshilfe-Werkstatt nach Hause gebracht werden sollte, berichtet die MAZ. Der diensthabende Fahrer habe ihn allerdings vergessen, das Auto verlassen und abgeschlossen. Hilfe habe der Mann nicht rufen können, da er kein Handy bei sich hatte. So musste er den Abend und die ganze Nacht unversorgt im Rollstuhl sitzend in dem Transporter, der im Freien abgestellt war, verbringen.

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Dem Betroffenen gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Lebenshilfe-Vorstand und Werkstättenleiter Dirk Michler der Zeitung. Er ist zurück in seiner Wohnstätte und wird dort betreut. „Das ganze Geschehen ist natürlich unentschuldbar“, so Michler. „Wir haben nur Glück gehabt, dass in der Nacht kein Frost herrschte.“

Die Polizei hat nach Auskunft des Sprechers Ermittlungen aufgenommen. Fahrlässige Körperverletzung und andere Straftaten kämen als Tatvorwürfe in Frage.

RND/seb

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